| Reform des Gesundheitswesens |
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Das Bayreuther Manifest zur Gesundheitsreform (des Ökonomen Peter Oberender)
Seit Jahrzehnten kritisieren Ordnungstheoretiker und -politiker die strukturellen Unzulänglichkeiten des überkommenen Gesundheitssystems, zugleich bieten sie Lösungen zu den fortdauernden Problemen an: Das Modell der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist ineffizient, intransparent und ungerecht. Angesichts der demographischen Veränderungen gibt es drei Möglichkeiten mit der umlagefinanzierten GKV zu verfahren: Erstens mehr Geld in das marode System pumpen, zweitens Leistungen zunehmend einschränken, drittens Abschaffung durch Privatisierung. Grundsätzlich ist die gesetzliche Versicherung mangels Wettbewerb, mangels individueller Vorsorge und Verantwortung sowie mangels Kapitaldeckung ungeeignet. Einen ordnungspolitischen Ausweg bietet der Bayreuther Professor für Volkswirtschaftslehre und Gesundheitsökonomie Peter Oberender. Das von ihm und Jürgen Zerth verfasste „Bayreuther Manifest“ zeigt den Weg in ein freiheitliches Gesundheitswesen. Individuelle Freiheit und Verantwortung Die Reform basiert auf der individuellen Freiheit. Mit anderen Worten, Eigennutzstreben und Wettbewerb, nicht bürokratische Planung und Steuerung erbringen die sozial erwünschten Resultate. Bei der Einbindung in ein Kollektiv, wie in der der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), besteht dagegen Legitimationsbedarf, denn es entsteht ein Verantwortungsvakuum, das kostspielig aufgefüllt werden muss. Da auch für das Gesundheitssystem die Kosten-Nutzen-Aufgabe bei knappen Ressourcen zu lösen ist, lautet die nahe liegende Lösung: Individualprinzip. Gemeint sind die Präferenzen oder Konsuminteressen der Bürger, die für ihr Handeln haften. Hier setzt der Systemwechsel an, denn das aktuell praktizierte Solidarprinzip führt über einkommensabhängige Beiträge bei beitragsunabhängigen Leistungen und gleichzeitigem Diskriminierungsverbot (z.B. Gleichstellung Frauen und Männer) zur Interventionsspirale. Die Alternative ist das Versicherungsgeld. Wettbewerb {mosimage}Im Gesundheitssystem der Zukunft herrscht Versicherungswettbewerb. Die Risiken der Prämiengestaltung und der Umverteilung sind Aufgabe der Versicherungen. Außerdem werden die GKV für private Anbieter geöffnet. Endlich werden Prämien entsprechend dem individuellen Risiko erhoben (aktuarische Prämien). Ein Wechsel der Krankenversicherung (KV) kann ohne Kosten vollzogen werden (Exit-Option). Kaum zu glauben, aber wahr, Abschlüsse von Verträgen zischen KV und Ärzten bzw. deren Organisationen sind unter den Bedingungen des allgemeinem Wettbewerbsrechts erlaubt (selektive Kontrahierung) und – Ärzte dürfen sich zu Organisationen zusammenschließen. Natürlich stehen nicht nur die Versicherungen, sondern auch die KV und die Ärzte im Wettbewerb. Gesundheit für alle Übrigens funktioniert die Versicherung ähnlich wie beim Auto. Eine Grundversorgung ist über eine allgemeine Versicherungspflicht abgedeckt; dieser Schutz dient der Abwehr existenzbedrohender Risiken und Trittbrettfahrern. Wer mehr in seine Gesundheit investieren möchte, kann sich freiwillig individuell Teil- und Vollkasko versichern. Ökonomisch Schwache werden dann durch ein Versicherungsgeld geschützt, wenn ihre Versicherungsprämie einen definierten Eigenanteil übersteigt. Jetzt fehlt nur noch jemand, der diese Reform umsetzt. Ausführlichere Informationen zum Gesundheitsmanifest und zur Universität Bayreuth |






Seit Jahrzehnten kritisieren Ordnungstheoretiker und -politiker die strukturellen Unzulänglichkeiten des überkommenen Gesundheitssystems, zugleich bieten sie Lösungen zu den fortdauernden Problemen an: Das Modell der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist ineffizient, intransparent und ungerecht. Angesichts der demographischen Veränderungen gibt es drei Möglichkeiten mit der umlagefinanzierten GKV zu verfahren: Erstens mehr Geld in das marode System pumpen, zweitens Leistungen zunehmend einschränken, drittens Abschaffung durch Privatisierung.