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Rettungsplan „New Deal“ verlängert Weltwirtschaftskrise zur Großen Depression PDF Drucken E-Mail

LogoViele Menschen blicken derzeit auf die Weltwirtschaftskrise, die in den USA aufgrund ihrer einzigartigen Länge und Tiefe als „Große Depression“ bezeichnet wird, und die Politik des „New Deal“. Sie hoffen dort Lösungen für unsere aktuellen Probleme zu finden. Das ist in der Tat möglich, jedoch nicht entlang der offiziellen Pfade des Mainstreams.

Auffassungen und Berichte über den New Deal werden immer noch von Trugschlüssen und Irrtümern dominiert. Dazu gehören Meinungen wie der New Deal sei eine Erfindung von US-Präsident Rosevelt gewesen, dabei stammen die Politiken bereits von seinem Vorgänger Hoover. Murray N. Rothbard hat mit seiner profunden Geschichte von „America's Great Depression“ nicht nur die Ursachen für die Weltwirtschaftskrise, sondern auch deren Verschärfung durch den New Deal von Präsident Hoover nachgezeichnet. Die eindruckvolle ökonomische und historische Analyse gehört zum Besten, was über die Weltwirtschaftskrise geschrieben wurde, und dass nach über 45 Jahren (Erstauflage 1963). Der gravierendste Irrtum dürfte der Glaube sein, der New Deal habe zur Überwindung der Großen Depression beigetragen, tatsächlich hat der New Deal die außerordentliche Tiefe und Länge der Wirtschaftskrise verursacht. Zudem hat nicht der Zweite Weltkrieg das Ende der Weltwirtschaftskrise bedeutet. Vielmehr markiert erst die Nachkriegszeit den Zeitpunkt der Krisenüberwindung. Kurzum: Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen des New Deal haben die Wirtschaft nicht wie beabsichtigt stabilisiert, sondern zusammen mit der Kriegswirtschaft eine anderthalb Jahrzehnte währende, geradezu wirtschaftsfeindliche Instabilität geschaffen.

Im Mai 1939 erklärte US-Finanzminister Morgenthau: „Ich sage nach 8 Jahren dieser Regierung, wir haben genauso viel Arbeitslosigkeit wie zu Beginn ... und enorme Schulden angehäuft.“ Der Versuch, den New Deal zu definieren, führt bereits zu einer Erklärung dieses Eingeständnisses. Der New Deal war eine Mixtur aus staatlichen Ausgaben und Kreditvergaben, Regulierungen und Besteuerungen sowie einer expansiven Geldpolitik, die Steven D. Levitt in der New York Times als Politik des „Identifiziere ein Problem und versuche es zu lösen“ beschrieben hat. Eine unausweichliche Folge eines derartigen Punktualismus ist eine Spirale immer neuer Probleme und vermeintlicher Lösungen. Nehmen wir das Beispiel der Regierungsausgaben: Regierungsausgaben können keine Arbeitsplätze schaffen. Die Regierungstätigkeit und ihre Finanzierung über Steuern und Abgaben verdrängt private Ausgaben und Investitionen. Jeder staatliche Arbeitsplatz vernichtet einen privaten. Jeder Euro, der von der öffentlichen Hand ausgegeben wird, muss erst durch die Besteuerung privater Hände eingesammelt werden. Wenn das Land Berlin eine Brücke für 10 Millionen Euro bauen lässt fehlen diese 10 Millionen Euro für das gleiche oder ein anderes privates Projekt. Mit den Worten Ludwig Erhards – jede Ausgabe des Staates beruht auf einem Verzicht des Volkes. Und es hilft nichts, das private Geld öffentlich auszugeben, nur weil private Investoren in einer vermeintlich oder tatsächlich kritischen wirtschaftlichen Zeit, selbst nicht bereit sind dieses Ausgabe zu tätigen. Die Tatsache, dass man Privatleuten das Geld entzieht, fördert weder das Investitions- noch das Konsumklima.

Die Große Depression lässt sich in mehrere Phasen aufgliedern: Der erste New Deal unter Präsident Hoover von 1929 bis 1934 und der zweite New Deal von 1935 bis 1940. Dies ist zugleich die Zeit der Großen Depression im engeren Sinne. Dem folgte der Übergang zur Kriegswirtschaft in den Jahren 1940 und 1941 und die Befehlswirtschaft des Krieges von 1942 bis 1945. Demobilisierung, Deregulierung und Rückkehr zur Marktwirtschaft umfasste die Zeit von 1945 bis 1946. Erst dann begann die Nachkriegsprosperität, mit der die Große Depression ihr Ende fand.

Robert Higgs1 hat in seinen Studien aufgezeigt, dass der New Deal eine außerordentlich große Unsicherheitspolitik für Investoren bedeutet hat. Eine bis dato nicht dagewesene Flut von Gesetzen, Regulierungen und Gerichtsentscheidungen machte unternehmerische Aktivitäten unattraktiv. Die Investorenverachtung Roosevelts und seiner Berater sind eine viel zitierte Tatsache. Auch die Unwägbarkeit, ob die Verfügungsrechte über ihr Privateigentum erhalten bleiben würden, haben Investoren zwischen 1935 und 1941 verunsichert. Historiker haben aus Meinungsumfragen eine unzählbare Menge zeitgenössischer Äußerungen zusammengetragen, die eine verbreitete Furcht unter Unternehmern vor Eingriffen bis hin zu einer Wirtschaftsdiktatur belegen. Nach dem Tod Roosevelts und dem Rückzug des New Deal sowie der Nachkriegsderegulierung wagten Investoren wieder ihr Geld zu investieren und zwar massiv. Für die Investoren war der Alptraum vorüber und für die Wirtschaft Prosperität möglich, urteilt Robert Higgs. Bemerkenswerter Weise deckt sich diese Entwicklung mit der Konjunkturerwartung der Geschäftsleute für die Nachkriegszeit.

Es sollte uns eine Lehre sein, dass die Maßnahmen der 30er Jahre das Gegenteil von dem erreicht haben, was ihre Urheber erklärtermaßen damit zu erreichen suchten. Dies gilt umso mehr als eine Reihe dieser Maßnahmen auch auf der Agenda heutiger Spitzenpolitiker in der Welt stehen. Mindestlöhne, der Versuch das Lohnniveau auch zu Konsumzwecken hoch zu halten wie die Stärkung der Gewerkschaften trugen in den 30er Jahren maßgeblich dazu bei, dass die erforderlichen Anpassungen der Wirtschaft verzögert wurden und das Geschäftsklima düster blieb. Die aktuelle undurchsichtige Bailout-Politik dürfte in dieselbe Richtung wirken. Bemerkenswerter Weise trug sich der größte industrielle Kollaps der US-Geschichte erst im Jahr 1937 zu, also acht Jahre nach dem Börsencrash und im fünften Jahr des New Deal. Allgemein anerkannt sind die desaströsen Folgen der Agrarsubventionen und der Versuch die Industrie zu kartellieren. Weniger beachtet wird die Tatsache, dass die öffentlichen Programme wesentlich durch die arme Bevölkerung bezahlt wurden. Viele Steuern wurden auf populäre Konsumgüter erhoben, die für Geringverdiener besonders schwer ins Gewicht fielen. Die drastische Erhöhung der „Reichensteuer“ bereits unter Hoover von 25% auf 63% mag dem Glauben geschuldet sein, Geld ist Genug da, man muss es sich nur holen, vermindert aber wie oben gezeigt den Wohlstand aller. Nicht nur Arme und Reiche wurden besteuert. Die öffentlichen Investitions- und Arbeitsprogramme waren nur durch drastisch steigende Staatsausgaben möglich (Verdoppelung von 4% auf 8% des BIP), die mit massiven Steuererhöhungen einher gingen, ob Erbschaft, Einkommen oder Körperschaft, jeder verlor Eigentum. Zugleich lässt sich zeigen, wie Roosevelt mit seinen Programmen gezielt künftige Wähler bediente. Zusammen genommen spricht viel dafür, öffentlich Investitionsprogramme nicht nach einem vermuteten Konjunkturimpuls, sondern nach ihrer spezifischen Produktivität zu beurteilen.

Auch Krieg ist kein empfehlenswerter Ausweg aus der Krise. Zwar sank die Arbeitslosigkeit auf unter 2%, während zugleich eine große Zahl von Frauen erwerbstätig wurde. Jedoch leisteten die Zwangsverpflichtungen für den Kriegsdienst jenseits des makroökonomischen Scheins keinen Betrag zu einer echten und nachhaltigen Wohlfahrtsentwicklung. Zwar zeugen offizielle Statistiken von einem Konsumanstieg. Diese Daten beruhen aber auf staatlich kontrollierten Preisen, die nicht mit den echten Verbraucherpreisen übereinstimmen. Tatsächlich sank der Konsum unter das Niveau von 1941 – viele Güter wie Autos waren nicht erhältlich, andere wie Fleisch und Butter stark rationiert. Das Leben im Zweiten Weltkrieg verlängerte also nur die schlechten Lebensverhältnisse für die Menschen.

Übrigens prognostizierten die Keynesianer eine Nachkriegsrezession angesichts sinkender Staatsausgaben und der Rückkehr von Millionen Soldaten auf den Arbeitsmarkt. Das Gegenteil trat ein. Während die Staatsausgaben zurückgingen boomten privater Konsum und private Investitionen. Die Arbeitslosigkeit betrug, nachdem die Masse der Rückkehrer in der Wirtschaft einen Platz gefunden hatte, 1947 nur 4%. Ursache war keineswegs eine aufgestaute Liquidität, die nun für Konsumausgaben frei wurde. Schließlich verändert diese die Gesamtbilanz der Banken nicht, das Bankguthaben wird lediglich vom Käufer zum Verkäufer verschoben. Vielmehr reduzierten die Menschen ihre Sparneigung. Und Unternehmen finanzierten ihre Aktivitäten durch den Verkauf von Staatsanleihen, signifikant sinkenden Steuern und über den Zugang zu Kapitalmärkten.

Neuere Untersuchungen bekräftigen die Auffassung von Murray Rothbard, dass ohne die Politik des New Deal die Reinigungskrise bis Mitte der 30er Jahre vorüber gewesen wäre. In Deutschland wäre dies auch der Fall gewesen – ohne die Nationalsozialisten. (mvp)

 
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