Keynes war kein Liberaler PDF Drucken E-Mail
Das zeigt Ralph Raico in einem beachtenswerten Beitrag im aktuellen Independent Review unter dem Titel „Was Keynes a Liberal? “ auf. William H. Hutt hatte 1963 mit Keynesianism Retrospect and Prospect: A Critical Restatement of Basic Economic Principles und Henry Hazlitt mit The Failure of the „New Economics“: An Analysis of Keynesian Fallacies bereits 1959 Keynes Theoriegebäude demontiert. Geldpolitisch erschütterte Milton Friedman 1956 mit seinem bedeutsamen Aufsatz „The Quantity Theory of Money – A Restatement“ das keynesianische Konstrukt. Die Hoffnung auf eine staatliche Steuerbarkeit von Konjunktur oder gar die Stabilisierung einer vermeintlich unnötig instabilen Wirtschaft hätten damit begraben sein müssen.
Der Wirtschaftshistoriker Ralph Raico untersucht nun in einem ideengeschichtlichen Zugang Keynes Schriften darauf, ob sie dem Kern der liberalen Doktrin zuwiderlaufen, die da lautet: die Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum werden institutionell abgesichert, die Gesellschaft funktioniert im Großen und Ganzen von allein und ein liberales Vorzeigestück, die freie Marktwirtschaft, zeitigt zufriedenstellende Ergebnisse.
Raico argumentiert, dass Keynes Lehre offensichtlich auf grundsätzliche Weise gegen den liberalen Slogan: „A government of law, not of men“ verstößt. Keynes hing bezeichnender Weise einer millennianistischen Utopie (vorherbestimmter Verlauf der Geschichte mit tausendjährigem Zyklus) an. Seine Zuneigung zu totalitären Experimenten ist in vielerlei Hinsicht befremdlich. Eindringlich zeigt das seine Lobpreisung von Sidney und Beatrice Webbs Werk „Soviet Communism“, aber auch sein Anbändeln mit der Autarkie. Ist es ein Zufall, dass autoritäre, totalitäre, insbesondere faschistische Regime reges Interesse an keynesianischen Methoden hatten und davon auf ihre Weise vielfältig Gebrauch machten? Raico argumentiert zudem kenntnisreich, dass Keynes eine tief sitzende Aversion gegen Gewinnstreben und Gewinne an sich hatte. Umso mehr habe Keynes sich für die sozialen Umwälzungen des sowjetischen Experiments begeistert. Angesichts seiner staatsfördernden Wirtschaftstheorie, seiner staatsdominierten Utopie und seiner unmissverständlichen Sympathie für das Sowjetsystem ist große Vorsicht bei einer vorschnellen Verehrung des tatsächlich ungeheuer wirkungsmächtigen Ökonomen angebracht. Henry Hazlitt bezeichnete die Existenz des keynesianischen Verehrung als eine der großen intellektuellen Skandale unserer Zeit und bezog sich dabei lediglich auf die ökonomische Unzulänglichkeit von Keynes Hauptwerk.
 
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