Fetisch Vollbeschäftigung PDF Drucken E-Mail
Das Ziel eines jeden Menschen und jeder Nation besteht darin, den größten Nutzen mit möglichst geringem Aufwand zu erzielen. Der gesamte (wirtschaftliche) Fortschritt der Menschheit besteht in der Ausweitung der Produktion mit der zur Verfügung stehenden Arbeitskraft. Aus diesem Grund haben Menschen Lastesel eingesetzt, das Rad und die Eisenbahn erfunden und die Arbeitsteilung kontinuierlich verbessert.
Diese Einsicht ist so elementar, dass man sie eigentlich nicht erwähnen müsste. Es ist eine Binsenweisheit, dass aus diesem Grundprinzip das Hauptziel folgt, nämlich die Maximierung der Produktion. Dabei fällt Vollbeschäftigung, verstanden als Abwesenheit von unfreiwilligem Müßiggang, als Nebenprodukt ab. Gleichwohl bleibt Produktion das Ziel und Beschäftigung ist lediglich ein Mittel zum Zweck. Dauerhafte maximale Produktion ist ohne Vollbeschäftigung nicht möglich, Vollbeschäftigung ohne maximale Produktion indes schon. Primitive Stämme sind nackt, verfügen nur über begrenzte Nahrungsmittel und Behausungen, aber Arbeitslosigkeit ist ihnen fremd. Nichts ist leichter zu erreichen als Vollbeschäftigung, wenn diese von dem Ziel der Produktion abgekoppelt und zum Selbstzweck wird. Hitler hat in sehr kurzer Zeit Vollbeschäftigung mit seinem gigantischen Rüstungsprogramm erreicht. Der Zweite Weltkrieg hat Vollbeschäftigung für alle beteiligten Nationen garantiert. Zwang ist das einfachste Mittel, das für Vollbeschäftigung sorgt.
Gleichwohl werden unsere Politiker nicht müde, sich für Vollbeschäftigung ins Zeug zu legen; sie bringen sogar Gesetze ins Parlament ein, die auf Vollbeschäftigung abzielen. Nie geht es um größtmögliche Produktion, um größtmögliche Produktion und Vollbeschäftigung, stets lautet das losgelöste Ziel Vollbeschäftigung. Diskussionen über Löhne und Beschäftigung erfolgen, als ob diese nichts mit Produktivität und Produktionsleistung zu tun hätten. Aus der Vorstellung, es gebe lediglich eine feste, begrenzte Menge Arbeit, werden Konzepte geboren, die eine Reduktion der Wochenarbeitszeit vorsehen, als ob eine 35 Stunde Woche einer 42 Stunde Woche vorzuziehen wäre. Die ganze sozial gerechte Wirtschafts- und Sozialpolitik mit ihrem „Recht auf“, den Aufforderungen, Unternehmen müssten ihrer „sozialen Verantwortung“ gerecht werden, bis hin zu den Angriffen auf das Kapital ist durch die Ignoranz gegenüber größtmöglicher Produktion gekennzeichnet.
Hätten wir die Wahl, wäre es weitaus besser, maximale Produktion zu erzielen und dabei für Teile der Bevölkerung Arbeitslosigkeit in Kauf zu nehmen, die durch offene Unterstützung abgefedert werden würde, statt permanent  Vollbeschäftigung durch verdeckte Arbeit schaffende Programme anzustreben und dabei die Produktion zu desorganisieren.
Der Zivilisationsfortschritt hat stets in einer Reduzierung der Beschäftigung bestanden, nicht in einer Ausweitung. Weil wir so wohlhabend geworden sind, können wir auf Kinderarbeit verzichten, ist Arbeit für ältere Menschen nicht notwendig. Die entscheidende Frage lautet nicht, wie viele Arbeitsplätze Deutschland in 10 Jahren haben wird, sondern wie viel wir produzieren können und wie folglich unser Lebensstandard beschaffen sein wird. Die Verteilung des Wohlstands fällt  zugleich weitaus leichter als die ganze aufgeregte Konzentration auf Umverteilung, wenn es mehr zu verteilen gibt.
Wir können unser Denken schärfen, wenn wir unser Hauptaugenmerk darauf richten, wo es hingehört – auf Verfahrensweisen, die die Produktion maximieren.

Danke Henry – für diese Einsicht!  (Vgl. Henry Hazlitt: Economics in one lesson, 71-73.)
 
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