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Mythos: Mindestlöhne verbessern die Lage der Arbeitnehmer PDF Drucken E-Mail

LogoMindestlöhne sind en vogue. Wenn die vermeintlich armen Arbeitnehmer bei den ausbeuterischen Unternehmern keinen gerechten Lohn aushandeln können, dann helfen ihnen die Politiker und Gewerkschaften.

Selbst ökonomisch unbedarfte Betrachter müssten sich wundern, woher die Gutmenschen ihr Wissen über die richtige Höhe eines Mindestlohns nehmen – mehr als bisher fordern kann schließlich jeder. Nur muss es einen Grund dafür geben, dass die festgelegte Mindestlohnhöhe bisher nicht zustande gekommen ist.

Die ökonomischen Gesetze und empirischen Erfahrungen mit Mindestlöhnen zeigen ein einfaches Muster: Mindestlöhne verringern die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeit, da Mindestlöhne über dem Gleichgewichtspreis aus Angebot und Nachfrage liegen. Unternehmen haben kein Interesse an Arbeitskräften, deren Produktivität unter dem Mindestlohn liegt. Steigende Arbeitslosigkeit ist die unausweichliche Folge. In Frankreich sind die Mindestlöhne, die es seit 1950 gibt, für die massenhafte Jugendarbeitslosigkeit verantwortlich. In Deutschland liegt die Quote bisher bei der Hälfte der rund 20 Prozent französischer Arbeitslosen unter 25 Jahre. Und diese unnötig Arbeitslosen muss der Steuerzahler finanzieren. Ein teurer Spaß für eine ideologische Phrase, die nichts als Schaden stiftet. Gesetzlich verordneter Mindestlohn, das ist gesetzlich verordnete Mindestarbeitslosigkeit!

In Deutschland gibt es bereits reichlich Mindestlöhne. Ob in der Bauwirtschaft, im Dachdecker-, Maler- und Lackierhandwerk oder durch das Arbeitslosengeld II, das einen Anspruchslohn erzeugt, der (deutlich) über der Sozialhilfe liegen muss. In Europa ist diese ordnungspolitische Sünde in 18 der 25 Mitgliedsstaaten anzutreffen.

Arbeitsmärkte sind sehr komplex und unterliegen ständigem Wandel. Das gilt nicht nur für die Bedürfnisse der Unternehmen, sondern auch für die Arbeit suchenden Menschen. Jugendliche sind noch nicht so produktiv wie erfahrene Mitarbeiter, Regionen haben unterschiedliche Lebenshaltungskosten, Unternehmen und Branchen sind in unterschiedlichem Maße dem Wettbewerb ausgesetzt. Ein Mindestlohn für Millionen Arbeitnehmer ist falsch: er nimmt den Bürgern die Vertragsfreiheit, versperrt den Weg zu regulärer Arbeit und senkt den Lebensstandard.

1949 schrieb Alexander Rüstow: "Ein angemessenes existenzsicherndes Einkommen des Arbeiters durch gesetzlich festgelegte Mindestlöhne erreichen zu wollen, ist eine Kommandowirtschaft, wie sie sich der kleine Moritz vorstellt: zu niedrige Löhne werden eben „einfach“ gesetzlich bei Strafe verboten! … Da man keinen privaten Betrieb dazu zwingen kann, mit Verlust weiter zu arbeiten, so erreicht man nur, dass alle Arbeiter, die unterhalb der Mindestlöhne noch weiter beschäftigt werden könnten, statt dessen ganz entlassen werden müssen, und statt eines vorübergehend knappen Lohnes gar keinen bekommen: gesetzlich erzwungene Arbeitslosigkeit als der sozialpolitischen Weisheit letzter Schluss!"

Mindestlöhne bedeuten Mindestarbeitslosigkeit!

 
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