| „Der Osten jammert“ - Mythos Wohlstandsgefälle West-Ost |
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Ostdeutsche sind unglücklicher als Westdeutsche und beklagen ihr Leid. Ursache ist die von ihnen als schlechter wahrgenommene Lebenssituation. Eine Studie der Technischen Universität Ilmenau zeigt, dass erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Zufriedenheit in West und Ost bestehen. Die Befragungswerte liegen in Ostdeutschland fast durchweg unter denen im Westen. Ihr Abstand ist seit 1997 nahezu konstant. Das „Jammern“ in Ostdeutschland erscheint angesichts der Fakten befremdlich:
Tatsächlich scheint die empfundene Unzufriedenheit im Phänomen des „Neides“ bzw. des „Sozialneides“ (Gerd Habermann) zu wurzeln, also aus der subjektiv beobachteten scheinbar unterschiedlichen materiellen Ausstattung. Der Zugewinn politischer und gesellschaftlicher Freiheit, die Verbesserung der Konsummöglichkeiten und der Zugewinn an infrastruktureller Ausstattung werden in Ostdeutschland wenig oder kaum gewürdigt. Die Autoren der Studie folgern: Gemessen an der Zufriedenheit der Ostdeutschen sei demnach seit der Wiedervereinigung eine umfassende Fehlleitung von Ressourcen zu konstatieren, der weder die Präferenzen noch die ökonomischen Potenziale der Ostdeutschen berühre. Der Transferstrom nach Ostdeutschland umfasst derzeit noch rund 85 Milliarden Euro bzw. 8,5% des westdeutschen Bruttoinlandsprodukts. Die ausführliche Studie von Björn A. Kuchinke und Heiek Walterscheid – eine ökonomische Analyse der Ursachen der Unterschiede zwischen Ost und West anhand von Wohlfahrts- und Glücksindikatoren – gibt es unter: http://www.tu-ilmenau.de/fakww/Forschung.505.0.html (Nummer 46). |




