| Schau’, trau’, wem? |
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| Dienstag, 01. Januar 2008 |
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Die (etablierten) Medien gelten als vierte Gewalt. Bezeichnender Weise reihen sie sich damit in den Kreis der drei Staatsgewalten Exekutive, Legislative und Judikative ein. In Deutschland erschwert bereits die flächendeckende „Grundversorgung“ durch Staatsfernsehen und Staatsrundfunk eine Trennung von Staat und Nachrichtenübermittlung. Hinzu kommt, dass private Nachrichtenanbieter mit beträchtlicher Reichweite, wie der Spiegel und sein Online-Angebot, vielfach die Suppe erhitzen, die von den Staatsküchen aufgetischt wird. Wenn Sie zum Beispiel an die jüngsten Themen der „sozialen Gerechtigkeit“ denken – Politiker kritisieren Managergehälter, Politiker fordern Lohnerhöhungen, Politiker fordern Mindestlöhne – wird deutlich, wies sehr (viele) Medien zum Transmissionsriemen politischer Herrschaftsausübung verkümmern. Der junge niederländische Journalist und Auslandskorrespondent in Nah-/Mittelost Joris Luyendijk zeigt in seinem flott geschriebenen Buch „Wie im echten Leben. Von Bildern und Lügen in Zeiten des Krieges“ wie Auslandsnachrichten fabriziert werden:
Das Ergebnis sind Zerrbilder und politisierte Mainstream-Klischees aus einer europäischen Froschperspektive. Die kulturelle und sprachliche Distanz – besser Unverständnis – zu den Regionen sind eine wichtige Triebkraft für derartigen Qualitätsjournalismus. Es dürfte nicht übertreiben sein, diese missliche mediale Lage auch auf weite Teile der staatlichen und privaten Berichtüberstattung über die deutsche und europäische Gesellschaft zu übertragen. Daher gilt: 1. Holzauge sei wachsam! und 2. Vorteil neue Medien! |




