| Was ist Unternehmertum? (liberty.li) |
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| Donnerstag, 27. September 2007 |
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"In einer realen und lebendigen Wirtschaft ist jeder Akteur immer ein Unternehmer." (Ludwig von Mises) Wer kennt nicht das Bild vom übergewichtigen und Zigarre rauchenden Unternehmer in feinster Seide, der sich in seinen Chefsessel zurücklehnt, während im Hintergrund die schwitzenden Arbeiter in ihren Blaumännern hart schuften müssen. Dieses oft bemühte Bild läßt den Betrachter in dem Glauben, daß es eine Kaste an Unternehmern gäbe, die sich Arbeiter wie Sklaven halten kann. Daher reißen die Ressentiments gegen Unternehmer auch nicht ab. Im folgenden wollen wir uns kurz der ökonomischen Funktion des Unternehmers und der mit dieser Aufgabe einhergehenden Wertorientierung widmen. Das menschliche Leben zeichnet sich durch beständige Veränderungen aus. Als Konsumenten fragen wir zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Produkte nach. Unternehmer bringen Güter auf den Markt und hoffen, diese zumindest kostendeckend zu verkaufen. Wenn die Produktion dieser Güter ohne Zeitverzögerung vonstatten ginge, hätte der Unternehmer kein Risiko zu tragen und die mit seiner Aufgabe verbundene Daseinsberechtigung ginge verloren. In der Welt in der wir leben, benötigt die Herstellung von Gütern jeder Art immer Zeit. Die Obstbäume werden Jahre bevor sie Früchte tragen gepflanzt; ein neues Hotel wird für einen Zeitraum gebaut, wo kein Mensch die zukünftige Nachfrage nach diesen Hotelbetten mit Sicherheit vorhersehen kann. Das aus dieser unkalkulierbaren Ungewißheit resultierende Risiko trägt der Unternehmer. Er muß aus eigener Tasche einen möglichen Verlust decken. Er trägt somit ein absolutes Verlustrisiko. Seine Angestellten, worunter auch die Manager zu zählen sind, und Arbeiter erhalten ihren Lohn unabhängig vom finanziellen Erfolg der Unternehmung. Selbst im Falle des Scheitern tragen sie "nur" ein relatives Verlustrisiko, weil sie in einer anderen Beschäftigung eventuell mehr verdient hätten. Was bedeutet es nun, wenn ein Unternehmer erfolgreich ist? Er hat die zukünftigen Konsumwünsche der Konsumenten korrekt vorhergesehen. Je höher der Profit, desto lauter ist der Beifall der Konsumenten. Das bedeutet allerdings nicht, daß jeder Unternehmer nur seinen Gewinn maximieren soll. Es bedeutet jedoch sehr wohl, daß ein hoher Gewinn an sich nichts Schlechtes darstellt. Im Gegenteil, denn ein hoher Gewinn bedeutet übersetzt, daß dieser Unternehmer aus bislang gering bewerteten Produktionsfaktoren ein neues, von den Konsumenten sehr hoch bewertetes Produkt entwickeln hat. In einer Zeit massiven staatlichen Interventionismus erfährt das Profitsignal allerdings eine bedauerliche Pervertierung. Denn nur wenn die Konsumenten mit ihren freiwilligen Kaufakten ihr Vertrauen in den Unternehmer ausdrücken, kann man von gerechtfertigten Profiten sprechen. Agiert der Staat als Auftraggeber oder auch als Abnehmer oder als "Unternehmer", dann löst sich das Unternehmertum Schritt für Schritt auf. Insbesondere deswegen, weil der Staat das absolute Verlustrisiko auf andere abwälzen kann. Es wird damit jedoch nicht aus der Welt geschafft, sondern die finanzielle Verantwortungslosigkeit institutionalisiert. Als innere Motivation greift das Profitstreben allein viel zu kurz. Wie der Investor Guy Kawasaki darlegt, zeichnet erfolgreiche Unternehmer das Streben nach Sinnerfüllung aus. Konkret nennt er drei Beweggründe: - Erhöhe die Lebensqualität In dieser Aufzählung begegnen wir nicht ohne Grund ganz explizit einem nicht-ökonomischen Wertbegriff. Es wäre eine ökonomistische Verkürzung des Unternehmertums, den Unternehmer nur als Getriebenen des Marktes darzustellen, der den Konsumenten nur nach dem Mund reden soll. Schließlich ist jeder Unternehmer immer auch Mensch, der auch in seinem Beruf (seiner Berufung) jene Werte forcieren soll, die langfristig für den Weiterbestand der Gesellschaft von Bedeutung sind. Gerade weil Unternehmer systematisch Verantwortung für ihre Angestellten und Arbeiter übernehmen, erstreckt sich ihre Vorbildwirkung deutlich über die betriebswirtschaftlich vernünftige Führung des Unternehmens hinaus. Quelle: September-Rundbrief von liberty.li, die interessante Seminare anbieten. |




