Startseite Zur Ordnungspolitik Ordnungspolitik Aktuell In memoriam Roland Baader - "fauler Zauber"
In memoriam Roland Baader - "fauler Zauber" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Dienstag, 08. Januar 2013

Vor einem Jahr ist Roland Baader nach schwerer Krankheit gestorben. Er hat eine große Lücke hinterlassen. Prinzipientreue, unbedingtes Eintreten für die Freiheit mit Verve und Bodenhaftung sowie wichtige gesellschaftspolitische Themen erspüren und vorwegnehmen gehörten zu den Stärken des sympathischen klassisch-liberalen Nationalökonomen. In Erinnerung bleibt der Waghäuseler aber weit über seinen Tod hinaus. Bereits 1997 erschien beispielsweise „Schein und Wirklichkeit des Sozialstaats“ unter dem prägnanten Titel „Fauler Zauber“. In der Einführung schreibt Roland Baader im Abschnitt „Vom Denken in falschen Systemen“:

In Wirklichkeit handelt es sich beim Wohlfahrtsstaat und beim Sozialstaat um ein und dasselbe Phänomen. ... Entscheidend ist, dass beiden termini derselbe geistige Defekt zugrunde liegt, und zwar in der Theorie ebenso wie in der Praxis: Ist nämlich – hier beim Wohlfahrtsstaat wie dort beim Sozialstaat – das Band zwischen Leistung und Ertrag, zwischen Beitrag und Nutzen erst einmal prinzipiell zerrissen, dann kann der Kern aller Moral, die persönliche Verantwortung nämlich, nicht mehr stattfinden. (Und um Moral geht es ja angeblich beim Sozialstaat.) Kollektive Verantwortung, holistische Verantwortlichkeit gibt es nicht und kann es nicht geben. Deshalb kann es auch niemals eine Kollektivmoral geben, und folglich ist auch die ‚Moral“ oder das Moralische des Sozialstaat dieselbe Schimäre wie die des Wohlfahrtsstaates. Alle anderen Parolen sind nur rhetorische Blüten aus der hochinnovativen Werkstatt politischer Falschmünzerei.

Inzwischen urteilt auch eine große Strategieberatung (BCG), dass das praktizierte Staatsschuldensystem ein "Ponzi-System" darstellt und weiter: "Ohne Überwindung der Schulden- und Strukturprobleme drohe den Industrieländern aber eine säkulare Krise mit wachsender sozialer Unruhe und steigenden Risiken für Demokratie und Marktwirtschaft." schreibt die NZZ.

 
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