| Quergelesen – für eine freie Gesellschaft (3) |
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| Geschrieben von: mvp |
| Sonntag, 01. Januar 2012 |
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Die Weltwirtschaftskrise trennt Schwätzer von denjenigen, die tatsächlich etwas zu sagen haben. Zu letzteren gehört einer der profiliertesten Managementberater Deutschlands. Die Rede ist von Reinhard K. Sprenger. Im November hat er einen Artikel im Manager Magazin veröffentlicht - fast jeder Satz ist ein „Hammer“: „Der tiefere Grund für die Krise liegt also in dem herrschenden Führungs-Verständnis. Es geht immer noch von Organisationsformen aus, in der zusammengefügte Individuen anzuweisen, zu überwachen und durch Parallelisierung ihrer finanziellen Interessen zu gängeln sind. Dies unter konsequenter Ignorierung der Nebenwirkungen – der Korrumpierung der Menschen.“ Der Erfolgsautor prangert darüber hinaus die praktizierte Politik an und kontrastiert sie mit guter Unternehmensführung: „Wenn dann heute eine Politik, die ganze Volkswirtschaften durch ihr anreizgetriebenes Mikromanagement in den Ruin treibt, die Wirtschaft beschuldigt, sie betreibe anreizgetriebenes Mikromanagement, dann ist das von atemberaubender Selbstgerechtigkeit.“ Im Gegensatz dazu gilt für den klugen, prinzipientreuen und realistischen Freiheitsphilosophen (lesenswert seine zeitkritische Stellungnahme in Buchform „Der dressierte Bürger“): „Das anständige Unternehmen verzichtet auf Subventionen – denn Subventionen sind nichts anderes als Anreize, Produkte zu verkaufen, deren Preisschilder lügen. Das anständige Unternehmen kennt Versagen, Pech und Haftung: Es erlaubt sich nicht, mit der Hand in der Tasche anderer Leute zu leben; und es erlaubt der Politik nicht, mit ihrer Pannenhilfe den Markt zu zerstören.“ Von der Realität ein- und überholt schwenkt auch das Establishment auf die Inflationskrise ein. Deutsche Bank Chefvolkswirt Thomas Meyer sieht eine Zeit der Inflation auf die Bürger zukommen. Im Handelsblatt-Interview heißt es: Die Europäische Zentralbank (EZB) werde das Problem laut Mayer nur so ähnlich lösen können wie die amerikanische Notenbank Fed. „Sie wird einen Teil der Schulden über die Jahre weginflationieren.“ Im kommenden Jahr werde sich der Preisanstieg wegen der Abkühlung der Wirtschaft zwar erst einmal abschwächen und die EZB werde die Zinsen noch bis auf ein halbes Prozent senken. Mit dem nächsten Aufschwung werde aber auch die Inflation zurückkehren. „Sie wird mit den Konjunkturzyklen schwanken, aber im Trend steigen.“ Übrigens, einmal mehr entscheidet sich die Zukunft des Euro-Systems in den nächsten sechs Monaten: Zu Beginn nächsten Jahres werde Italien in eine tiefe Rezession stürzen. „Wenn es dem Land gelingt, da vor den Wahlen im Mai 2013 wieder herauszukommen - was ich erwarte -, dann kann Italien ein Vorbild für alle südeuropäischen Staaten werden. Ansonsten wird die Euro-Zone auseinanderbrechen.“ Da liegt es nahe, sich über einen Ausstieg konkrete Gedanken zu machen. Das hat auch der britische Manager und Oberhausabgeordnete Simon Wolfson, Baron von Aspley Guise, getan, der für das beste Konzept zum Ausstieg aus dem Euro 250.00 Pfund ausgelobt hat. Patrick Bernau entwickelt in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung daraufhin einen Vorschlag, den er allerdings nicht einreicht. Er wäre ohnehin chancenlos, weil seine Konkurrenten mehr als eine eher verkappte, etatistische Absage an einen Ausstieg bieten werden. Bedeutsamer ist indes, dass das Thema der Alternative zur Alternativlosigkeit des Euro nun auch vom etablierten Mainstream nicht mehr ignoriert werden kann. Der Euro ist eine Schnapsidee, ließe sich am Neujahrstag kommentieren. Seit Jahrzehnten (!) ist das die Auffassung von Martin Feldstein, international renommierter Wirtschaftswissenschaftler und Professor in Harvard. Der Ökonom redet im Welt-Interview Klartext, ohne die Verschwurbelungen, mit denen sich Realpolitik pragmatisch aus der Krise zu schwatzen beliebt: „Es wäre besser dran, wenn es den Euro nie gegeben hätte. Jetzt wieder herauszukommen, geht nicht ohne Schmerzen. Das ist wie eine gescheiterte Ehe: Wenn eine Ehe scheitert, wäre es besser gewesen, von vornherein nicht zu heiraten. Aber eine Scheidung bringt neue Probleme mit sich, man denke an die Kinder. Das ist die Situation, in der sich Europa nun befindet. Es wäre besser gewesen, diesen Schlamassel gar nicht erst heraufzubeschwören. Nun ist es natürlich schmerzvoll, da wieder herauszukommen.“ Je länger die Regierungen warten, um so teuerer wird es für die Bürger. Natürlich geht es längst nicht allein um den Euro, sondern um das Wohl und Wehe der europäischen Wirtschaften in längerer Sicht. Wie gelangt Europa wieder auf einen freiheitlicheren Properitätskurs? Nicht mit noch mehr keynesianisch-neoklassischem Makro-Management. „Lord Keynes is our modern Macro Santa.“ schreibt John Papola, in Forbes unter dem Titel „Macro Santa And The Austerity Grinch“. Seine humorvolle Dekonstruktion vagabundierender und omnipräsenter Mythen vom keynesianischen Weihnachtsmann ist vielleicht etwas länglich geraten, aber fast so unterhaltsam und inhaltlich treffend wie die von ihm mit Russ Roberts produzierten Hayek versus Keynes Videos: „To summarize Macro Santa and his elves: rising productivity causes depressions but pyramid building, wars and tsunamis create economic strength and recovery.“ und: „So while the rest of Europe and the US “stimulated”, stagnated, and got downgraded, Estonia cut deep and grew fast.“ Mindestens diese Lehre sollten wir immer wieder hochhalten: Konjunkturpakete sind Kumpanei, aber kein Rezept, um eine Wirtschaft auf Wachstumskurs zu bringen. Apropos Mythen entlarven und Missmanagement: No, he can't! - außer die wirtschaftliche Lage verschlechtern und zusätzliche Berge von Schulden aufhäufen. Offenkundig ist der Messias gelandet. „Obamalein“ (DDH) hat ziemlich fertig. Das zeigt Wynton Hall in seinem Beitrag „It’s the Math, Stupid!: Seven Devastating Facts About 2012“ auf Big Government. Klar denken hilft, wenn man es kann. Wynton Hall, Eigentümer einer großen, erfolgreichen Ghostwriter Agentur, kann es. Auch 2012 kommt es darauf an, der Freiheit eine Stimme zu verleihen. Inzwischen gibt es viele gute Gründe, die frohe Botschaft mit Selbstbewusstsein zu verkünden. Wir haben die besseren Ideen und tatsächlich etwas zu sagen. Tun wir Gutes und reden darüber! |




