Die Wirtschaftsordnung lässt sich mit Verkehrsregeln vergleichen,
die den Verkehrsteilnehmern Orientierung und Sicherheit geben und den
Verkehr organisieren: Wie schnell darf oder sollte ich fahren? Wer darf
an einer Kreuzung zuerst abbiegen? Wo darf ich überholen? Die Ordnung
der Wirtschaft besteht allerdings nicht nur aus generellen,
gesetzlichen Regeln wie Privateigentum oder Haftung für Schulden,
sondern auch aus tradierten, überlieferten Regeln, die im Alltag der
Kaufleute üblich sind. Hinzu kommt die staatliche Wirtschaftspolitik,
die z.B. durch hohe Abgabenlasten oder die Förderung von Windkraft
zusätzliche Anreize setzt. Zusammen genommen stimmen die Regeln das
ökonomische Handeln der Akteure ab und bilden so das Gerüst für das
Wirtschaftssystem und den Wirtschaftsablauf. Die Wirtschaftsordnung ist
also das Ergebnis eines Zusammenwirkens der rechtlich fixierten
Wirtschaftsverfassung, der gewachsenen kulturellen und
sittlich-moralischen Werte und Regeln sowie der realisierten
Wirtschaftspolitik und damit ein System von Anreizen.
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