| Moral Hazard |
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Moral Hazard wird gemeinhin unter der Rubrik „Spekulationsgier“ als Massenphänomen abgehandelt. Der schwer treffend zu übersetzende Begriff bezeichnet ein moralisches Wagnis im Sinne unmoralischen oder unachtsamen Verhaltens, das eine Person eingeht, weil sie sich vor Verlusten sicher fühlt.
Moral Hazard lässt sich offenkundig nicht mit dem impliziten Hinweise auf die schlechten Neigungen schlechter Menschen abhandeln. Im Hinblick auf die Inflationskrise besteht Moral Hazard in der kontraproduktiven Veränderung menschlichen Handelns aufgrund staatlicher Politik. Das Eingehen immer höherer Risiken und die damit einhergehende Spekulationsblase am Hypothekenmarkt wurden durch die implizite geldpolitische Garantie der Zentralbank für Investoren angefacht. Wenn Investoren erwarten können, dass die inflationäre Geldpolitik anhalten wird, werden sie höhere Risiken eingehen, ohne dafür eine größere Gewinnprämie zu verlangen – bis hin zu dem in der Hypothekenkrise zu beobachtenden Phänomen, dass hoch Risiko reiche Kredite zu völlig Risiko freien Zinssätzen vergeben werden. Zugleich hat massiver staatlicher Druck auf Darlehensgeber in den USA zu einem Geschäftsgebahren geführt, das mit den Grundsätzen eines ehrbaren Kaufmannes nicht vereinbar ist. Kurzum, Geldpolitik und Interventionismus verursachen Moral Hazard. In den USA liegt ihr die Greenspan Doktrin (Rede vom 19.12.2002) zugrunde, demnach die Fed nicht in der Lage sei, Finanzblasen zu identifizieren, sondern nur ihren Zusammenbruch, dem sollte geldpolitisch entgegengewirkt werden solle. |




