| Ordoliberalismus |
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Der Ordoliberalismus ist eine deutsche Spielart des Neoliberalismus,
der sich seit den späten 1920er Jahren ausprägte. Er übte in den
vierziger und fünfziger Jahren entscheidenden Einfluss auf die
Gestaltung der Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland sowie
das Konzept des Sozialen Marktwirtschaft aus. Den Kern des
Ordoliberalismus bildet die Freiburger Schule um seinen Spiritus Rector
Walter Eucken. Die Anhänger dieser Schule werden als Ordoliberale
bezeichnet, da sie sich – in einer Zeit des Verfalls der
(Welt)Wirtschaftsordnung und dem Vordringen staatlicher Planung und
Interventionen – mit den Grundlagen der Ordnung von Wirtschaft und
Gesellschaft beschäftigten. Im Mittelpunkt ihrer Überlegungen stand ein
systematisches, gesamtgesellschaftliches Ordnungsdenken. Dabei ist ORDO
der Begriff für eine rechts- und wirtschaftspolitische Geisteshaltung
und Wettbewerbsordnung, die durch ihren menschenwürdigen Charakter
gekennzeichnet ist. In dieser Ordnung vollzieht sich die Freiheit des
Planens unter der Herrschaft des Gesetzes. Privater Macht in Gestalt
von Kartellen und Monopolen sowie immer stärkeren, am Einzelfall
orientierten Interventionen des Staates sollte Einhalt geboten werden.
Hauptaufgabe des Staates war vielmehr die Gestaltung der
Wirtschaftsordnung, d.h. ihre Gewährleistung und Anpassung. Die Ordnung des Wettbewerbs bietet ein Höchstmaß an Freiheit. Sie weist staatliche und private Macht in die Schranken: „Der Wettbewerb, also die Konkurrenz der Anbieter um die Gunst der Nachfrager und, umgekehrt, die Konkurrenz der Nachfrager um die Gunst der Anbieter, ist dasjenige Verfahren, welches missbrauchbare Machtpotenziale nicht zur Entfaltung kommen lässt“ (Lüder Gerken). Triebkraft ist die Wahlfreiheit der Menschen. Der Ordoliberalismus entstand im Kontext der Weltwirtschaftskrise, dem Niedergang der Weimarer Republik und dem Aufstieg des Nationalsozialismus. Eine bedeutende Minderheit deutscher Wissenschaftler, Nationalökonomen und Juristen, sah in der Abwendung von den liberalen Prinzipien und humanen Werten, die sich auf politischem und ökonomischem Gebiet seit der Aufklärung des 18. Jahrhunderts ausgeprägt hatten, die Ursache für die Katastrophe des Ersten Weltkriegs und der Schreckensherrschaft autoritärer und totalitärer Regime. |




