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Was man sieht und was man nicht sieht. Angesichts millionenfacher Arbeitslosigkeit heißt es, der Staat könne nicht auch noch tausende Staatsdiener entlassen. Was soll aus ihnen werden? Wovon sollen sie leben? An Arbeit herrscht ja offensichtlich Mangel! Die Entlassungen vermehren nur die Konkurrenz und drücken die Löhne, von denen es sich ohnehin nur schlecht leben lässt. Es ist doch ein glücklicher Umstand, dass wenigstens der Staat noch Arbeitsplätze bietet. Hunderttausend Männer und Frauen leben, weil deren Versorgung der Steuerzahler mit hunderten Millionen Euro bezahlt. Das ist, was man sieht.

Aber hunderte Millionen, die den Steuerzahlern aus ihren Taschen genommen werden, schränken die Steuerzahler in ihrem Leben ein. Das ist, was man nicht sieht. Und die Bilanz? Die Steuerzahler haben eine Einschränkung ihrer Wahlmöglichkeiten und Ausgaben zu erdulden. Nun ließe sich argumentieren, dass ihre Ausgaben die gleiche Anzahl Arbeitsplätze beim Staat geschaffen haben wie in Privatwirtschaft. In der Tat, und während die auf dem Markt tätigen Menschen produktiv tätig sind, sind die öffentlichen Angestellten mit knicken, lochen, abheften beschäftigt. In der Regel erschweren die Bürokraten sogar das Leben der Bürger, denn je mehr Vorschriften sie produzieren, umso mehr Nutzen stiften sie nach der staatlichen Logik. Nun werden die Staatsbediensteten entlassen. Das bedeutet aber nicht, dass hunderttausend nach Hause geschickt werden und die hunderte Millionen Euro einfach verschwinden. Hunderttausend Angestellte auf den Markt zu werfen bedeutet auch zugleich, hunderte Millionen Euro auf den Markt zu werfen, die dazu bestimmt waren, ihre Arbeit zu bezahlen. Angebot und Nachfrage werden vermehrt. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass vorher das Volk die hunderte Millionen Euro an hunderttausend Menschen fürs „Nichtstun“ abführen musste. Nur im Marktfall erhält der Steuerzahler etwas. Ergebnis: ein Nettoverlust für die Nation.

Quelle: Frédéric Bastiat: Was man sieht, und was man nicht sieht (1850).

 
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