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Was man sieht und was man nicht sieht. Der Staat muss Kunst und Kultur subventionieren! Muss er?
Kultursubventionen fördern gute Kunst, die sonst keine Chance hätte. Gute Kunst hat uns zur Kulturnation gemacht. Wie sähe unsere Kulturgeschichte sonst aus, wenn der Staat nicht Malerei, Theater, Museen, Orchester und Ausstellungen subventioniert hätte? Wie stünden wir da, im Vergleich mit Frankreich und Italien? Kultur wirkt erhebend, erweitert den Horizont, entreißt uns den Sorgen und der Kleinteiligkeit des Alltags. Es wäre doch unklug auf einen kleinen Beitrag aller Bürger zu verzichten, trägt er doch zu unser aller Ansehen bei. Aber, wieso darf der Gesetzgeber den Lohn eines Handwerkers beschneiden, um den Betrag dem Künstler zu geben? Wieso subventioniert der Staat nicht gleich alles, was gut und nützlich ist? Dazu gehören über die Kunst hinaus auch Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen. Tatsächlich gibt es heute kaum noch Bereiche ohne staatliche Förderung. Nur woher nehmen wir die Gewissheit, dass die Subventionen den Fortschritt der Kunst begünstigen? Woher nimmt der Staat sein Wissen? Wir sind Gegner von Staatseingriffen. Wir glauben, dass die Entscheidung von den Menschen, nicht von den Politikern und Bürokraten getroffen werden sollten. Unsere Gegner glauben, dass Aktivitäten, die nicht gefördert werden, nicht existieren werden – keine staatliche Förderung, keine Kunst. Wir glauben das Gegenteil – private Förderung durch freiwillige Mäzene, in jeder Größenordung. Sie glauben an den Gesetzgeber, nicht an die Menschen. Wir glauben an die Menschen, nicht an den Gesetzgeber. Und in ökonomischer Hinsicht sieht man die Arbeitsplätze, die durch staatliche Förderung für Künstler, Bühnenbauer und Kostümschneider entstehen. Was man nicht sieht ist, dass jeder staatlich ausgegebene Euro auf einem Verzicht des Volkes beruht. Für welche Kunst hätten Sie ihr Geld ausgegeben?
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