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Zentralbanken destabilisieren die Wirtschaft PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Donnerstag, 25. März 2010

Zentralbanken gelten als Institutionen, die die Wirtschaft stabilisieren. Ihr Auftrag besteht zumeist darin, die sogenannte Preisniveaustabilität zu gewährleisten und das Wachstum der Wirtschaft zu unterstützen. An diesem Ruf arbeiten die Monopolisten mit weltweit mehr als hunderttausend Mitarbeitern genauso hartnäckig wie die Regierungen, die sie geschaffen haben – zum Teil von großen Geschäftsbanken zu ihrem Glück gedrängt wie in den USA. Das Image der Zentralbanken als Stabilisatoren ist im Hinblick auf ihre Entstehungsgeschichte jedoch eine vergleichsweise junge Erfindung.

Eine Zentralbank zeichnet sich durch das nationale Monopol für die Ausgabe von Papiergeld aus. Sie stützt sich dabei auf das gesetzliche, also politisch bestimmte ausschließliche Zahlungsmittel.
Zentralbanken gibt es praktisch erst seit dem 19. Jahrhundert; ihre Vorläufer, privilegierte Geschäftsbanken, existieren bereits seit dem 17. Jahrhundert. Die Aufgabe der Staatsgünstlinge bestand zunächst darin, die Finanzbedürfnisse der Regierungen zu befriedigen. Von einer die Wirtschaft stabilisierenden Rolle war nicht die Rede. Bereits die privilegierten Geschäftsbanken verwalteten die Einlagen der Regierung und deren Schulden; zudem kümmerten sie sich um kurzfristige Kredite. Sie taten das als Gewinn maximierende Unternehmen. Daran hat sich bis heute praktisch nichts geändert, streichen die Zentralbanken doch immer noch die sogenannte Seignorage ein, also die Differenz zwischen den Kosten der Produktion eines Geldscheins und seinem Nennwert. Dabei entwertet die Ausweitung der ungedeckten Geldmenge die Kaufkraft aller Aktiva, weil - verkürzt gesagt - mehr Geld für die gleiche Gütermenge zur Verfügung steht. Die inflationäre Geldmengenausweitung war für alle Herrscher und Regierungen stets eine willkommene Zusatzeinnahme.

Der Prototyp einer Zentralbank ist die Bank of England. Das gilt auch für ihre Rolle als Kreditgeber der letzten Instanz für andere Finanzinstitute. Die Regierungen schätzten sie vor allem als Quelle für die Finanzierung von Kriegsausgaben. Das gilt auch für die Banque de France, die Deutsche und die Schwedische Reichsbank. Heute ist die Finanzierung des Wohlfahrtsstaates an die Seite oder an die Stelle der Militärausgaben getreten. Die englische Formel dafür könnte lauten: „From Warfare to Welfare State“ (Marc A. Eisner).

Am Beispiel der USA lässt sich gut nachweisen, dass die Behauptung, Zentralbanken seien ein Stabilitätsgarant, lediglich ein Mythos ist. So waren die Finanzkrisen nach Etablierung des Fed 1920-21, 1929-33, 1937-38, 1980-82 und 2007-2009 in ihrem Ausmaß weitaus gravierender als die Krisen zuvor. Hinzu kommen ausgeprägte Inflationsphasen, unter ihnen die von 1917-1920 und 1973-1980 sowie zahlreiche Vermögenspreisinflationen, die es unter dem Goldstandard in derartigen Größenordnungen nicht gab und die in einem freien Bankenwesen unmöglich wären. Die natürliche Goldbremse hätte nämlich die Geschäftsbanken im vor-zentralbanklichen System daran gehindert, eine zu große Menge von Banknoten im Verhältnis zum vorhandenen Hartgeld auszugeben.

Diese Goldbremse musste zur Finanzierung des Ersten Weltkriegs gelöst werden. Und allmählich wurde klar, dass die Existenz von Zentralbanken, die Zielsetzungen der Regierungen  und die Interessen der großen Geschäftsbanken mit einem universell respektierten Goldstandard unvereinbar sind. Das ankerlose Geld, das beliebig vermehrt werden kann, trat seinen weltweiten Siegeszug an. Inflation und stärkere Finanz- und Wirtschaftskrisen als je zuvor sind die Folge. All das geschieht bei weitgehender offizieller Preisniveaustabilität. Wer kann die beste Versorgung mit Geld gewährleisten: eine Zentralbehörde oder konkurrierende Unternehmen? Wer kann für mehr Stabilität sorgen: eine Zentralbehörde oder der Markt? Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung.

 
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