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Ökologismus als Freiheitsbedrohung PDF Drucken E-Mail

Deutschland befindet sich im Bio-Rausch: Bio-Tonne, Bio-Rhythmus, Bio-Läden, Bio-Siegel, Bio-Märkte, … Die ökologische Bewegung scheint alle Bereiche des Lebens durchdrungen zu haben. Zugleich wird die Gefährlichkeit ihrer extremistischen Vertreter in der Öffentlichkeit nur selten, wenngleich zunehmend benannt. Ökologismus ist eine gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit. Dreh- und Angelpunkt der ökologistischen Bewegung bildet die Umwelt. Es erscheint nicht übertrieben diese Gesellschaftskonstruktion auf Grund einer Art „Vergottung“ der Umwelt in eine Reihe mit den Ideologien der Klasse, Rasse und Wohlfahrt zu stellen. Schließlich kennzeichnet die dogmatischen Ökologisten ein szientistischer Missbrauch der Naturwissenschaft für gesellschaftliche und soziale Fragen.

Untermauert wird diese Einschätzung durch dezidiert antikapitalistische und anti-aufklärerische Züge des Ökologismus. Zugespitzt könnte der zentrale Glaubenssatz lauten: Die Natur ist gut, der Mensch ist schlecht. Konsequenter Weise gilt der Markt – der freie Austausch freier Menschen! – als räuberisch und gegen das Gemeinwohl gerichtet. An seine Stelle soll die Organisation der Gesellschaft durch Umweltexperten und andere, vielfach in Nichtregierungsorganisationen tätige Sozialingenieure treten.

Der Ökologismus enthält eine starke irrationale Strömung, die sich gegen Technik an sich richtet. Folglich soll vor allem das Verzichten und zugleich eine radikale Abkehr vom bisher beschrittenen Pfad der westlichen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft eine Rettung der Erde insbesondere vor Überhitzung ermöglichen. Totalitär anmutende Großprojekte wie das Streben nach einer Erdabkühlung durch eine globale CO2-Reduktion zeugen vom Planungs- und Steuerungsoptimismus auf der Grundlage eines als (dafür) sicher geltenden Wissens. Zugleich deutet dies die Geringschätzung des Individuums gegenüber dem Kollektiv an.

Die Geschichte der Menschheit wird nicht als permanenter, erfolgreicher Problemlösungsprozess verstanden, sondern als Kette der Versündigung an der Umwelt und den Mitmenschen. „Perversion des Positiven“ nannte dies Heinrich Eilingsfeld. Die heutige Welt gilt bei extremen Vertretern des Ökologismus auf Grund von festgestellten Umweltsünden als Rückschritt gegenüber der Steinzeit. „Wenn wir uns nicht ändern, wird unsere Spezies nicht überleben … Offen gesagt wir könnten zu dem Punkt gelangen, wo der einzige Weg, die Erde zu retten, der Kollaps der industriellen Zivilisation wäre.“ urteilte Maurice Strong, erster Chef der UNEP und Organisator der Rio-Konferenz. Noch einen Ton schriller argumentiert David Foreman, der Chef der Ökogruppe „Earth first“: „Wir setzen uns für die Biodiversität um der Biodiversität willen ein. Das bedeutet, dass der Mensch nicht bedeutender ist als irgendeine Spezies. Es kann sehr wohl unserer Ausrottung bedürfen, um die Dinge ins Lot zu bringen.“

Die heutige Gesellschaft scheint offenbar anfällig zu sein, für derartige pseudoreligiöse Vorstellungen, deren strukturelle Ähnlichkeit mit Endzeiterwartungen diverser Sekten in der Geschichte der Menschheit auffällig ist. Ökologismus lässt sich als politische Religion analysieren. So haben etwa Maxeiner/Miersch die religiöse Symbolik mit lesenswerter Polemik dargestellt. Möglicher Weise wirkt eine Mischung aus Idealisierung, Vereinfachung und Selbstlegitimation durch das Rekurrieren auf scheinbar unverrückbare wissenschaftliche Tatsachen als Triebkraft für die ökologistischen Moralisierer. Denn Umweltpolitik und Umweltschutz waren ursprünglich nicht identisch. Politiker haben wie so oft erst spät das Thema aufgegriffen. Ein Teil von ihnen hat daraus eine Waffe gegen den Kapitalismus geschmiedet. „Wir haben bereits zu viel Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten. Wirtschaftswachstum in reichen Ländern wie unserem ist die Krankheit, nicht die Heilung“. behauptete Paul Ehrlich. Wie erfolgreich man damit sein kann zeigt das Beispiel des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore, der bekanntlich sowohl einen „Oskar“ als auch den Nobelpreis zugesprochen bekam. In welchem Ausmaß Wissenschaft missbraucht wird, deutet sein Widerspruch zu Karl Poppers Falsifizierbarkeitsgebot an: „Die Tatsache, dass wir eine in historischen Zeiten bisher nicht dagewesene Umweltkrise haben, braucht nicht mehr diskutiert zu werden ... Und diejenigen, die um einer ausgewogenen Debatte willen, der Ansicht sind, das es beachtliche Ungewissheiten gibt, ob der Treibhauseffekt real ist, schränken unsere Fähigkeit darauf zu reagieren ein.“ (Al Gore)

Die Durchsetzung der gesellschaftlichen Ziele des Ökologismus erfolgt durch einen komplexen, nicht gesteuerten Prozess von Einzelakteuren und Apparatschiks, die bereits eine Vielzahl von Institutionen durchsetzt haben. Sie betreiben eine Politik des Neidanstachelns und des Angsterzeugens, die durch Propagandafeldzüge flankiert wird. Dabei können sie auf typisch menschliche Einstellungen und Werturteile setzen. So dominieren Verlustängste und Gewohnheiten die Vorstellungswelt der Menschen, nicht aber Chancen und die nüchterne Beurteilung von Wahrscheinlichkeiten. Zudem herrscht der Mythos der risikolosen Natur vor. Die Natur sei grundsätzlich unbedenklich, der Mensch hingegen gefährlich. Zugleich bleibt der Fokus auf sichtbare Risiken begrenzt, was Politiker konsequent ausnutzten, etwa im Hinblick auf die Gefahren eines atomaren Supergaus, während gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit des Eintretens ausgeblendet werden. Auch die facettenreichen Folgen staatlicher Regulierungseffekte werden verschwiegen, weil die Betrachtung auf Einzelprobleme verhaftet bleibt und mit der Lösung des Problems der Prozess abgeschnitten wird. Letztlich wird einfach die Unwissenheit der Bürger ausgenutzt.
Die gilt auch für die derzeit praktizierte Umweltpolitik. Sie ist vielfach nichts anderes als mit einem ökologischen Mäntelchen notdürftig verdeckte Umverteilungspolitik. Insbesondere die Subventionen zeitigen dabei kaum ökologische Erfolge oder allenfalls Gratiseffekte, wie das Beispiel Windräder zeigt. Zum Teil sind die Folgen sogar kontraproduktiv, man denke nur an die Debatte um gentechnisch veränderte Lebensmittel und gleichzeitig verhungernde Menschen.

Sowohl die dem Ökologismus zu Grunde liegenden Annahmen als auch die Ziele und Mittel sind durch eine ausgesprochene Freiheitsfeindlichkeit gekennzeichnet. Eine Ursache könnte darin bestehen, dass manche Vordenker des Ökologismus aus der neo-marxistischen Szene und dem auf unheilvolle Weise damit verknüpften anthroposophischen Umfeld stammen. Darauf hat Heinrich Eilingsfeld bereits Ende der 80er Jahre hingewiesen. Die irrationale Strömung gegen die Technik lässt sich bis zur Wandervogelbewegung Ende des 19. Jahrhunderts und der Blut-und-Boden-Ideologie zurückverfolgen, die übersteigerte Formen der Rückkehrer zur Natur darstellen. Wie heute der Ökologismus verbanden sich damals eine radikale Gesellschaftskritik und ein romantischer Irrationalismus auf der Grundlage einer Jugendbewegung. Auch an der Stoßrichtung hat sich nichts geändert: die Übel der Modernisierung beseitigen und mit ihr das politische (bürgerliche) Establishment. Für Neomarxisten stellte die Umweltbewegung seit den 60er Jahren eine politische Waffe dar, um ihr Gedankengut unters Volk zu bringen. Es ist ja kein Geheimnis, dass auch ehemalige Minister der „Grünen“-Partei ursprünglich (radikale) Marxisten waren.

Ökologismus lässt sich nicht zuletzt als ein Produkt des Zusammenbruchs des Sozialismus erklären. Für Ökologisten ist kontinuierlicher Fortschritt unmöglich, da die Ressourcen knapp sind und der Fortschritt die Umwelt zerstört. Als Gegenmittel spielt das Verbot durch Eigeninteresse geleiteter Handlung eine zentrale Rolle. Für George Reismann begehen sie dabei einen grundlegenden Fehler: Es sind die Menschen selbst, die den Gütercharakter von Ressourcen erzeugen. Das bedeutet, Menschen verbrauchen nicht begrenzt verfügbare Ressourcen, sondern erzeugen diese zunächst und immer wieder neu. In dieser Sicht zeichnet sich die Menschheitsgeschichte nicht dadurch aus, dass die vorhandene Menge an Ressourcen kontinuierlich abgenommen hat, sondern vielmehr dass diese permanent erweitert wurde. Insofern gilt auch für die Umwelt das Freiheitspostulat: Wenn Menschen die Freiheit haben, mit der Natur so umzugehen, dass sie die größtmöglichen Vorteile erzielen, dann sind die Voraussetzungen geschaffen, dass auch künftig die Bewältigung aller Naturgewalten möglich bleibt, urteilt Reismann.

Aufgabe unserer Zeit ist es, mit den Änderungen umzugehen statt diese zu vermeiden suchen. Dafür bildet die Freiheit zu Handeln eine Überlebensgarantie. Dies ist insofern von nicht zu unterschätzender Bedeutung als der Ökologismus längst Menschenleben kostet, etwa weil die Malaria nicht mit Umweltgiften ausgerottet werden darf. Eine Lösung könnte der Schutz von Eigentumsrechten sein. So würde eine Klage gegen verletztes Eigentum durch ein Individuum oder durch den Staat vor Gericht geklärt werden. Dort würde ein Aufmarsch der Argumente zu einer Versachlichung der Debatte führen. Außerdem wären keine staatlichen Handlungsvorschriften erforderlich. Schließlich würden nur Geschädigte zu Wort kommen und das viel zu wichtige Feld bliebe nicht den Aktivisten überlassen. Es erscheint plausibel, dass durch Entscheidungen von Rechtsinstanzen sich schrittweise in einen Trial and Error Prozess die richtigen und erforderlichen Verfahrensweisen entwickeln. Wie diese aussehen ist zum heutigen Zeitpunkt noch eine Anmaßung von Wissen. Aber die Chancen stünden gut für die Geburt tragfähiger Lösungen .

 
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