Startseite Zur Ordnungspolitik Grundsätze Preise sagen uns, was wir zu tun haben
Preise sagen uns, was wir zu tun haben PDF Drucken E-Mail

Die Bedeutung der Preise wird heute vielfach unter- oder falsch eingeschaetzt. Es dürfte nicht übertrieben sein, dass Unkenntnis über ihre Rolle in der Marktwirtschaft weit verbreitet ist. Dies ist - neben der politischen Billigkeit ihrer Korrektur - ein Grund fuer die zahllosen Eingriffe in den Strom der Güter und Leistungen, die wir mit der Chiffre "Markt" versehen haben. Dieser Strom kommt durch Wahlentscheidungen und Handlungen von Individuen zustande, die alle den Wunsch haben, zu interagieren, um ihre Lage zu verbessern.

1. Preise sind kein absoluter, sondern ein relativer Wertanzeiger. Preise geben den Wert eines Gutes als Knappheitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt an. Preise signalisieren also das relative Verhältnis von Ressourcen und Konsumentenwünschen. In der subjektiven Wertschätzung von Produzenten und Konsumenten für ein Gut liegt die Bedeutung des Grundsatzes: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Preise sind folglich keine Entlohnung, sondern ein Signal, das anzeigt, was im eigenen und im allgemeinen Interesse zu tun ist.

2. Preise sind eine alternativlose Information. Da sie momentane Knappheitsverhaeltnisse anzeigen, lenken sie die Ressourcen in die "richtige" Verwendung. Ressourcen koennen nur so für die drängensten Bedürfnisse genutzt werden. Preise sagen uns also, was wir zu tun haben! In ihnen sind Wertschätzungen unzähliger Menschen enthalten, anders als in politisch korrigierten Preisen, die auf der Meinung weniger beruhen. Preise schaffen Ordnung, die die Beduerfnisse der Menschen sichtbar macht.

3. Preise dienen der wirtschaftlichen Kalkulation. Dies gilt sowohl innerhalb von Unternehmen als auch für die Kommunikation der individuellen Pläne. Allein Preise machen Leistungen messbar und vergleichbar. Nur an Preisen lässt sich ablesen, ob zu viel oder zu wenig vom Richtigen oder Falschen produziert wurde. Und die Alternative - der Befehl - läßt keine Wahlmoeglichkeit.

Diese Tatsachen haben für unser Dasein sehr vorteilhafte Folgen. Die Produktion kann sich bestmöglich an den sich stets wandelnden Verbrauch anpassen - der Konsument ist der König in der Marktwirtschaft (der Unternehmer in der Befehlswirtschaft). Und für jede Entscheidung wird nur ein Teil des versteuten Wissens benoetigt. In keiner Ordnung wird Wissen in solch einem Ausmass genutzt, wie in einer freien Marktwirtschaft. Mit Wilhelm Röpke liesse sich deshalb sagen, wenn der Staat den freien Preismechanismus zerstörst, zerstört er das einzige Instrument, die Konsumentenwünsche in ihrer unübersehbaren Vielfalt zu ermitteln und als Impulse an die Produktion weiterzuleiten.

Wohlstand wird dann gemehrt, wenn wir den Preisen folgen. Wohlstand wird verhindert, wenn wir Preise durch staatliche Administration ändern. Freie Preise nützen jedem von uns dauerhaft. Staatliche Preise nützen nur wenigen kurzfristig. Ludwig Erhard urteilte: "Darum muessen auch alle Maßnahmen, die zu einer Bindung oder Erstarrung der Preise führen, als mit dem Wesen der Marktwirtschaft unvereinbar konsequent abgelehnt werden."

 
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