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Die Marktwirtschaft steht und fällt mit dem Leistungswettbewerb, wie die offene Gesellschaft insgesamt. Schließlich ist der Wettbewerb ein „Entdeckungsverfahren“ (Hayek), das neues Wissen in vielfältiger Gestalt hervorbringt und durchsetzt. Unauflöslich damit verbunden ist die Fähigkeit des Wettbewerbs aufzuzeigen, welche Planungen falsch sind, einschließlich aller Produkte, die von Kunden nicht mehr (genügend) nachgefragt werden. Außerdem ist Wettbewerb ein geniales Entmachtungsinstrument in allen Bereichen von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, denn er bedroht permanent Machtpositionen und ermöglicht Alternativen. Das bedeutet häufig, größeren Gruppen durch eine kleinere Gruppe Verhaltensänderungen aufzunötigen, wie veränderte Gewohnheiten, härteres Arbeiten oder größere Aufmerksamkeit. Damit ist der Wettbewerb jeder anderen Methode der Steuerung überlegen. Ohne Wettbewerb tritt Erstarrung ein. Wettbewerb bedeutet Aufbau und steht im Gegensatz zum Kampf, der auf Vernichtung zielt. Unsere gesellschaftliche Ordnung ist Folge eines Wettbewerbsprozesses, in dem sich erfolgreiche Regeln durchgesetzt und als Traditionen etabliert haben, nicht Ergebnis menschlichen Planens. In Deutschland haben sich im Vergleich zu vielen anderen Ländern weniger erfolgreiche Regeln etabliert. Den Leistungswettbewerb durch eine Rahmenordnung funktionsfähig zu halten, gehört daher zu den herausragenden Aufgaben von Staat und Gesellschaft. |