| Die Große Freiheit - ein großer Erfolg |
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| Geschrieben von: mvp |
| Sonntag, 13. Juni 2010 |
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Rolf W. Puster wies in seinem lehrreichen Einführungsvortrag auf das ungeheure Potenzial der libertären Botschaft hin: Libertäre können die linken Ideale der Weltverbesserung tatsächlich umsetzen, allerdings nicht mit den zum Scheitern verurteilten, kontraproduktiven etatistischen Mitteln, sondern eben auf libertäre Weise, also durch freie, friedliche und Eigentum respektierende Kooperation. Den Armen gehe es, konstatierte der Hamburger Philosoph, bei den Libertären am Besten. Libertär bedeute allerdings nicht, für bestimmte, beispielsweise konservative Ideale einzutreten. Der Feind meines Feindes sei folglich gerade nicht mein Freund, beispielsweise beim Familienideal von Eva Hermann. Rolf W. Puster brach eine Lanze für Ludwig von Mises, der die Ökonomie als Logik des Handels zur Königin der Sozialwissenschaften erhoben hatte. Menschliches Handeln sei grundlegend wirtschaftlicher Natur, was gerade auch bei moralischem Handeln gelte. Der schweizer Humanist Robert Nef hielt einen mitreißenden Vortrag über den geordneten Rückzug aus dem Wohlfahrtsstaat. Mit zehn Thesen und drei Reflexionen gab er den Teilnehmern schlagfertige Argumente an die Hand. Der Wohlfahrtsstaat sei kein Engpass, sondern eine Sackgasse. Der Staat könne als Zwangsmonopolist soziale Probleme nicht befriedigend lösen und gefährde die Demokratie, zumal er als Umverteiler nie gerecht sein könne und den Lebensstandard senke. Familien müssten stets selbst tragend sein. Statt der Sprinklersubventionierung, die das Land in einen Sumpf verwandle, sei der schrittweise Übergang zur Benutzerfinanzierung aller öffentlichen Angebote und deren Entmonopolisierung einzuleiten. Robert Nef setzt auf die kreative Dissidenz der Jugend, zumal diese angesichts der perspektivlosen Belastung mit Steuern und Abgaben nicht mitmachen werde. Eva Ziessler erläuterte in einem launigen Vortrag, wie der Schuldenstaat aus uns Leibeigene im historischen Sinne gemacht habe. Leibeigene müssen während ihrer gesamten Lebenszeit einen Teil ihrer Erzeugnisse abliefern. Sie seien nicht per Vertrag, sondern durch Geburt in diese Situation geraten. Ein autonomer Austritt sei nicht möglich. Die heutigen Steuerzahler könnten - anders als früher – nur in ein anderes, von Feudalherren beherrschtes Territorium wechseln. Nicht einmal mehr Stadtluft mache frei. Die „Grande Dame“ der Hamburger libertären Szene wies schließlich darauf hin, dass Hayeks „Road to Serfdom“ treffender als „Weg zur Leibeigenschaft“ zu übersetzen sei. Bereits der Samstag zeigt: das Symposium hat großes Potential und ist für viele ein wohltuender Hort der Freiheit. Schon jetzt herrscht Vorfreude auf die „Große Freiheit 11“ - bei den Teilnehmern und mit viel Berechtigung bei denen, die 2011 zum ersten Mal dabei sein wollen. |





