| Roads to Wisdom |
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Karen Horn, Publizistin und Leiterin des Hauptstadtbüros des Instituts der deutschen Wirtschaft, hat in einem anregenden Vortrag über Ihre Gespräche mit 10 Nobelpreisträgern für Ökonomie berichtet. Wie entstehen Ideen bei Individuen - bei Nobelpreisträgern? Diese Leitidee steht im Mittelpunkt ihrer Untersuchung, die als Buch mit dem Titel "Roads to Wisdom. Conversations with Ten Nobel Laureates in Economics" bei Edgar Elgar Publishing erschienen ist. Zudem bewegte die Autorin und das Publikum die Frage, warum Nobelpreisträger erfolgreicher sind als andere Ökonomen. Die Gründe sind vielfältig. Alle Nobelpreisträger haben einen Kopf, mit dem sie die Ideen und Probleme erfolgreich bearbeiten konnten. Viele profitierten zudem von einer bürgerlichen Umwelt und Familie, wobei sich "Dinner table conversations" als hilfreich für Aufgeschlossenheit und Problembewusstsein erwiesen. Schule und Universität spielten hingegen keine nennenswerte Rolle. Zumeist wurde die Frage: Was haben Sie an der Universität gelernt mit "nothing" beantwortet. Gemeinsam ist der befragten Generation von Preisträgern die Formel: "Wer in jungen Jahren kein Sozialist ist, hat kein Herz. Wer im Alter noch Sozialist ist, hat keinen Kopf." Schließlich stechen zwei strukturelle Erfolgsfaktoren hervor: die Fähigkeit gegen Widerstände und Anfeindungen über Jahrzehnte hinweg sowohl unabhängiges Denken zu bewahren als auch eigene Erkenntnisse als Experte in einem kleinen Gebiet voranzutreiben. Die zehn Nobelpreisträger zeichneten sich durch geistige Unabhängigkeit, Neugier, Rückrat und langen Atem aus - und diese Eigenschaften waren bereits früh angelegt. Die Antworten auf die sich anschließende Fülle von Fragen machten auch deutlich, dass der Nobelpreis Fluch und Segen zugleich ist. Wissenschaftliches Arbeiten wird durch die Popularität stark erschwert, das Ego erhält allerdings einen erheblichen Schub. Im durchschnittlichen Preisträgeralter von 67 Jahren dürfte der Stolz über die Anerkennung der Leistungen überwiegen. |




