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Hoffnungsträger Österreichische Schule PDF Drucken E-Mail

Der Juniorenkreis Wissenschaft der Hayek-Gesellschaft hat am vergangenen Wochenende (15.-17.05.09) in Göttingen getagt. Das Thema war gleichermaßen aktuell wie grundsätzlich: „Inflationskrise“ - Die Weltwirtschaftskrise(n) aus österreichischer Sicht. Untersucht wurden die Krisenursachen der aktuellen „Großen Rezession“ wie der vergangenen „Großen Depression“, insbesondere Inflation und Interventionismus, ferner die (aktuelle) Aussagekraft der österreichischen Geld- und Konjunkturtheorie sowie künftige Alternativen zur monetären Zentralplanwirtschaft.

Eine Fülle kluger Beiträge und eine geradezu greifbare gemeinsame Grundlage machte das Seminar zu einem besonderen Ereignis. Die österreichische Theorie bietet eine beträchtliche Erklärungskraft für die Ursachen und den Verlauf der beiden großen Weltwirtschaftskrisen. Zugleich bedarf sie vor dem Hintergrund stetig voranschreitender Forschung der Erweiterung und Erneuerung. Österreicher können gerade heute der etablierten Geschichtsklitterung theoretische und empirische Korrekturen entgegenhalten – das gilt etwa für den vermeintlich erfolgreichen New Deal. In der Wissenschaft müssen österreichische Argumente derzeit in einen Mainstream-Mantel gekleidet werden. Zugleich geben die engagierten Teilnehmer mit ihren volkswirtschaftlichen, wirtschaftshistorischen, ideengeschichtlichen und politischen Beiträgen Anlass zur Hoffnung, dass die Feststellung des österreichischen Doyens an der George Mason University, Peter Boettke, auch für Deutschland zutreffen kann: „Austrian Economics is a Growth Industry“. Das gilt schon allein deshalb, weil die Österreichische Schule der Volkswirtschaftslehre sichtbar Freude macht, auch über den exklusiven Kreis des Wochenendes hinaus. Und das ist wiederum eine Grundlage für Neugier und die Öffnung der österreichischen Theorie gegenüber anderen Strömungen.
 
Bemerkenswerterweise sprachen sich nach durchaus kontroverser Diskussion zum Seminarende mehr als 80 Prozent der Teilnehmer für einen Übergang zum Free Banking zum 01.01.2011 aus, ohne irgendeine staatliche Regulierung, bei Fortbestand des Euro und der dazugehörigen Infrastruktur, selbst verständlich nicht als gesetzliches Zahlungsmittel. Vielleicht vermag das Ergebnis als Symbol dafür dienen, das engagierte junge Wissenschaftler und Publizisten noch stärker Lücken in der vorherrschenden Forschung ausnutzen würden, wenn man ihnen die Freiheit ließe. Auf jeden Fall stimmt ihr Vertrauen in die Herrschaft des Rechts allgemeiner Regeln, Märkte als Entdeckungsverfahren und die wohltuende Rückführung des Staates mit seinem Gewaltmonopol in möglichst vielen Bereichen hoffnungsfroh. (mvp)


 
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