| Der kleine König |
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Es begab sich in einem kleinen Ort im Süden Niedersachsens, dass die Bürger zweier Straßen überraschend zu einer Anliegerversammlung eingeladen wurden. Das Thema lautete: Ausbau der Straßen – inhaltliche Details wurden vorab nicht bekannt gegeben. Der Bürgermeister stellte zum Beginn der Versammlung klar: „Es geht nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie!“ Nachdem die Bürger ihren demokratischen Gestaltungsspielraum kennen gelernt hatten, gab der Volksvertreter das Planvorhaben bekannt. Eine der beiden Straßen ist eine Sackgasse, hier sollte die Verschleißdecke erneuert werden. Außerdem würden drei Teilbereiche gepflastert werden. Schließlich sehe die Planung vor, in der Mitte des Wendeplatzes einen Baum zu pflanzen, um die „Bitumenwüste“ zu begrünen. Die Anwohner reagierten zum Teil hitzig. In völliger Verkennung der demokratischen Spielregeln, die der Bürgermeister zu Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben hatte, äußerten sie ihren Willen: „Wir wollen kein Pflaster!“ und „Wir wollen keinen Baum!“. Ihrer Willensbekundung fügten sie auch noch Begründungen hinzu. Die anliegenden großen Gartengrundstücke seien wunderschön; auf ihnen stünden bereits viele Bäume. Außerdem werde der Baum beim Parken im Weg stehen. Das war für den Bürgermeister zu viel. Widerspruch duldete er nicht und fuhr gleich ein schweres etatistisches Geschütz auf: „Das ist sowieso verboten!“ Die Veranstaltung endete mit der Ankündigung, dass der Bauausschuss einen Beschluss für den Gemeinderat fassen werde – unter Nicht-Berücksichtigung der Bürgerwünsche, wie ein Teilnehmer hinzufügte. Und die Moral von der Geschicht’? |




