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Der Weg in die Überschuldung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Donnerstag, 25. November 2010

"Die Rückführung der Staatsschulden ist,
wenn überhaupt, immer durch einen Bankrott erfolgt."


Adam Smith (1723 – 1790)


Das staatliche Geldsystem, in dem die Geldmenge durch
Kreditgewährung immer weiter ausgeweitet, und in dem der
Zins von den Zentralbanken immer weiter abgesenkt wird,
führt dazu, dass die Kreditmengen stärker ansteigen als die
volkswirtschaftlichen Einkommen zunehmen. Der Verschul-
dungsgrad der Volkswirtschaften steigt so immer weiter an und
führt, wenn der beschrittene Pfad nicht beendet wird, zum
Bankrott oder, wenn er abgewendet werden soll, zur (Hyper-)
Inflationspolitik.

(...)

Zeuge der Umverteilung

Die Kreditmarktschulden der meisten Staaten sind im we-
sentlichen Zeugen der Umverteilungsorgien vergangener Tage.
Kreditfinanzierte Ausgaben wurden getätigt, um den ausufern-
den Regierungsapparat und seine wuchernde Bürokratie zu
finanzieren. Sie wurden verwendet, um marode Sozialversiche-
rungssysteme querzusubventionieren, um die wahren Kosten
vor der Wählerschaft zu verschleiern. Auch wurde mit den
Staatsschulden das künstliche Schaffen von Arbeitsplätzen
finanziert, die in einem freien Marktsystem nicht entstanden
wären, weil die Nachfrage anderen Gütern und Dienstleistun-
gen zugute gekommen wäre.

Mit Staatskrediten erweitert sich der Zugriff des Staates auf
knappe Ressourcen der Volkswirtschaft in einem Ausmaß, das
vermutlich, würden all die Umverteilungszahlungen aus den
Steuern der Bürger zu bestreiten sein, keine politische Billi-
gung durch die Mehrheit finden würde. In der Öffentlichkeit
wird jedoch regelmäßig ein ganz anderer Eindruck erzeugt,
wenn die Regierung die Verschuldung ausweitet: Es wird be-
hauptet, die kreditfinanzierten Staatsausgaben würden wohl-
meinend zur Unterstützung der Wirtschaft ausgegeben, mit
ihnen würden etwa Arbeitsplätze erhalten oder gar neue ge-
schaffen.

Das mag auf den ersten Blick überzeugend klingen und kri-
tische Stimmen eindämmen – insbesondere dann, wenn nam-
hafte Experten eben dieser Meinung sind. Denn wer wollte sich
schon gegen eine Politik aussprechen, die für mehr Produktion
und Arbeitsplätze sorgen will? Doch kreditfinanzierte
Staatsausgaben mehren nicht den Wohlstand des Gemeinwe-
sens, sie dienen lediglich dem Subventionieren von Industrien
und Arbeitsplätzen, die Güter produzieren, die keine Abnehmer
finden, weil sie zu teuer sind und/oder ihre Qualität nicht den
Kundenwünschen entspricht. Kreditfinanzierte Staatsausgaben
sind folglich nichts anderes als Umverteilungen des gegebenen
Einkommens, die den Begünstigten ein Einkommen antragen,
das sie aus eigener Leistung nicht erzielen können oder wollen,
und die die Rechnungen unbeteiligten Dritten – den künftigen
Steuerzahlern – aufbürden.

Mit dem Ausufern der Staatsverschuldung ist ein immer
weiteres und tieferes Vordringen des Staates in das Wirt-
schafts- und Gesellschaftsleben verbunden, das in diesem
Ausmaß wohl nur im Rahmen des Staatsgeldsystems möglich
ist. Die wachsende Staatsverschuldung sorgt nämlich dafür,
dass knappe Ressourcen zusehends in politisch gewünschte
Bereiche gelenkt werden. Die Ressourcenverwendung wird so
zusehends dem staatlichen Einfluss unterworfen. Die Privatini-
tiative und damit zusehends auch die produktiven Kräfte der
Volkswirtschaften, die für Wachstum und Wohlstand sorgen,
werden gelähmt. Dies provoziert über kurz oder lang eine Kre-
ditkrise und den Bankrott von Schuldnern.

Quelle: Geldreform, Auszüge aus Kapitel 6, S. 131, 138ff.

 
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