| Unser Geldsozialismus verursacht Krisen und korrumpiert |
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| Geschrieben von: mvp |
| Montag, 19. April 2010 |
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Für sein Buch „Geld, Gold, Gottspieler“ hat Roland Baader auch Kopfschütteln geerntet. Die Prognose sei apokalyptisch, die von ihm als zwangsläufig geschilderte Perspektive Panikmache. Selbst im eigenen Lager gab es eine Reihe von Skeptikern. Der eigensinnige Freiheitsmilizionär hat dennoch Recht behalten. Sein vom medialen Getümmel und vom mediokren Wissenschaftsmainstream gleichermaßen unabhängiges Manifest ruht auf den Schultern der liberalen, österreichischen Klassiker und besitzt einen zusätzlichen Vorteil: es liest sich sehr gut. Roland Baader bringt es nämlich stilistisch fertig, auf sehr ansprechende Weise in einen Dialog mit seinem Leser zu treten und ihn damit unmittelbar in seine Überlegungen mit einzubeziehen. Gerade das, was einige Kritiker als "zu wortgewaltig" bemängeln, macht das Fesselnde an der Lektüre aus.
Im Herbst wird ein „Ergänzungsband“ im Resch-Verlag erscheinen. Bereits jetzt besteht die Möglichkeit, wesentliche Inhalte zur Kenntnis zu nehmen. Bei der Vontobel-Stiftung in Zürich ist mit der Nummer 1930 die Publikation „Geldsozialismus“ erschienen, die den Kern des neuen Buches bilden wird. Auf 76 Seiten mit gefälliger Schriftgröße analysiert der Privatgelehrte unser staatsmonopolistisches, faktisch zentralplanwirtschaftliches Geldsystem. Vorangestellt ist den lesenswerten Ausführungen ein Zitat des Privatbankiers Ferdinand Lips, das wie folgt endet: „Zum ersten Mal in der Geschichte ist alles Geld der Welt von nichts gedeckt. Das ist das übelste System, das je von Menschenhand erfunden wurde.“ Roland Baader zeigt anschließend, dass unser Staatsgeld weder vom Markt kommt noch den penetranten Stabilitätsversprechen der Zentralbanken Stand hält. Der Vergleich mit dem Goldstandard illustriert die Kläglichkeit der staatlichen Monopolbilanz genauso wie ein Blick in die Geschichte. Während alle Papiergeldsysteme seit den chinesischen Kaisern gescheitert sind, war ein dem Free Banking nahe stehendes Geldwesen regelmäßig zu erfolgreich, um von den Regierungen geduldet zu werden. Unser Geld ist Schulden- und Kreditgeld: „Der 'Turboantrieb“' bei der Kreditschöpfung kommt durch das Tandem von Fractional Reserve Banking und Zentralbanken zustande, wobei der Staat als Kolossal-Schuldner noch die abschüssige Rennbahn beisteuert.“ urteilt Roland Baader, der zudem einen bisher zu wenig thematisierten Aspekt hervorhebt: „Wenn eine grosse Zahl von Leuten – oder sogar die Mehrheit – von anderer Leute Geld lebt, und wenn den Empfängern sogar noch eingeredet wird, dass sie darauf einen Anspruch hätten, dann ergibt sich daraus nicht nur eine andere Auffassung von Wirtschaft, Arbeit, Eigentum, Staat und Politik, sondern auch eine Änderung der Persönlichkeits- und Charakter-Struktur der Bürger.“ Das ist des Pudels Kern: Unser marodes Geld ist kein rein wirtschaftliches Problem, sondern wirkt längst gesellschaftlich destabilisierend! Die Frage, wie unser Geld produziert werden soll, ist gleichbedeutend mit der Frage nach der Art und Weise wie wir leben (wollen). Von diesem Blickwinkel aus wird klar, wie die Dinge zusammenhängen, wenn von geistig-moralischem Verfall, spätrömischen Verhältnissen und dem Niedergang des Westens die Rede ist. Und eine weitere Mahnung liegt in der von Roland Baader zitierten Beobachtung Stefan Zweigs, nichts habe das deutsche Volk so erbittert, hasswütig und hitlerreif gemacht, wie die Inflation. Der Reader mit dem treffenden Titel „Geldsozialismus“ ist uneingeschränkt zu empfehlen und weckt Vorfreude auf das Verlagsprogramm im Herbst. Durch die Lektüre erhalten Sie en passent einen Crash-Kurs „Was Sie über unser Geldsystem wissen sollten“. Was Inflation (Geldmengenaufblähung) bedeutet und dass Preisinflation (Teuerung) die Folge ist, gehört dazu. Ferner führt gutes Geld zur wünschenswerten Preisdeflation, während unser schlechtes Geld zyklische Wirtschaftskrise auslöst. Entlarvt wird der große Irrtum, eine wachsende Geldmenge sei wirtschaftlich vorteilhaft und wünschenswert. Bedenkenswert sind darüber hinaus die Anmerkungen Roland Baaders zu Keynes, der mehr Bürokrat als Ökonom war. Der Erfolgsautor bringt es auf unnachahmliche Weise auf den Punkt, wenn er unser Geldsystem wie folgt kennzeichnet: „Wenn Geld statt aus Produktion aus heisser Luft entsteht (Druckerpresse oder Kredite aus dem Nichts), wird nicht Produktion gegen Produktion getauscht, sondern Produkte gegen Luft – und das ist ein betrügerischer Vorgang.“ |




