| Inflationskrise: Empirische Belege für umfassendes Staatsversagen |
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John B. Taylor, der Erfinder der nach ihm benannten Taylor-Regel zur Steuerung der Zentralbankzinsen, hat umfangreiches empirisches Material ausgewertet und ökonometrisch verdichtet. Der Berater mehrere US-Präsidenten und Ökonomie-Professor in Stanford steht nicht im Verdacht ein vorurteilsbeladener Regierungskritiker zu sein. Gleichwohl lautet das Ergebnis seiner umfangreichen Untersuchungen, die er dem schmalen Buch „Getting off track“ zusammengefasst hat: „I have provided empirical evidence that government actions and interventions caused, prolonged and worsened the financial crisis.“ Warum ist das der Fall? Erstens habe die exzessive Geldpolitik, so Taylor, einen Immobilienboom verursacht, insbesondere durch Zinssätze, die zu lange zu niedrig gehalten wurden. Es sei zu viel konsumiert und zugleich zu wenig gespart worden. Zweitens beruhten die interventionistischen Praktiken der Regierungen auf der Grundlage einer vorschnellen und falschen Krisendiagnose. Die eingeschlagene Liquiditätspolitik der Regierungen habe die Krise verschärft. Stattdessen wäre eine Eigenkapitalstärkung richtig gewesen. Damit folgt er der Erkenntnis der über 90jährigen Ökonomin Anna Schwarz, die US-Zentralbankchef Bernanke dafür kritisierte, dass dieser sich von den Problemen der Weltwirtschaftskrise von 1929 habe leiten lasse und damit den falschen Krieg führe. Anna Schwartz hatte zusammen mit Milton Friedman das bahnbrechende Werk „Monetary History of the United States, 1867–1960“ geschrieben und den Monetarismus begründet. Drittens hat für Taylor die Wirtschaftspolitik massiv Unsicherheit geschürt statt eine Rahmenordnung leitender Prinzipien zu setzen, die Orientierung stiften. Im Mittelpunkt steht hier das unkalkulierbare Vorgehen bei Bear Stearns (Rettung) und Lehman Brothers (Pleite), insbesondere aber das undurchsichtige 700 Mrd. US-Dollar Rettungspaket der US-Regierung (TARP-Plan). Die Parallelen zu Robert Higgs drängen sich auf, der als zentrale Ursache für die Verlängerung der Weltwirtschaftskrise zur Großen Depression die Unsicherheit schürende Wirtschaftspolitik der Regierung Roosevelt benannt hat. Am Rande sei noch bemerkt, dass Taylor den die Wirtschaft zusätzlich belastenden Ölpreisboom ebenfalls in Regierungsinterventionen begründet sieht. Geschichte ist die beste Lehrmeisterin – mit den schlechtesten Schülern, so lautet eine geistreiche Bemerkung. Die „Österreichische Konjunkturtheorie“ bot bereits die treffendste Erklärung für die Weltwirtschaftskrise von 1929. Nun erhält sie für die Begründung der aktuellen Weltwirtschaftskrise sogar Unterstützung von unerwarteter Seite. Das verwundert nicht, schließlich produziert das staatlich beherrschte Geld- und Kreditsystem zwangsläufig (schwere) Wirtschaftskrisen.
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