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Maßnahmen zur Überwindung der aktuellen und der bevorstehenden Krise PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 10. September 2009

Die staatliche Geldproduktion sorgt für immer schwerere zyklische Krisen. Seit dem Ende der kümmerlichen Reste des Goldstandards im August 1971 hat es weit über 100 Wirtschaftskrisen gegeben, deren Intensität sich insbesondere seit den 1990er Jahren zunehmend gesteigert hat. Zuletzt wurde 2001 die New Economy Rezession mit einer Politik billigen Geldes bekämpft. Das Ergebnis ist die bisher größte Weltwirtschaftskrise, zumindest an absoluten Zahlen gemessen. Die aktuelle „Große Rezession“ wurde wiederum mit billigem Geld bekämpft. Obwohl sie nicht vorbei ist, steht die nächste Krise bereits absehbar bevor, sie wird allein wegen der horrenden Staatsverschuldung noch einmal deutlich ungemütlicher werden.


Insofern liegt es nahe, sich noch einmal deutlich vor Augen zu führen, dass die (markt)wirtschaftliche Ordnung ein System bewegender und bewegter Preise, Löhne, Zinsen und sonstiger Wertgrößen ist. Die Fortsetzung der Interventionsmaßnahmen mit dem Ziel, stabile Verhältnisse zu schaffen, birgt das Potenzial, eine Dekaden-Depression zu erzeugen. Gefragt ist jetzt weder Arbeit zu sichern noch eine Kreditversorgung sicherzustellen, wir leben allen Bemühungen zum Trotz nicht in einem Land, in dem die Versorgungslage der Bevölkerung (und der Unternehmen) ein Thema regelmäßiger Berichterstattung sein muss. Gefragt sind vielmehr unsere Selbstreinigungs- und Selbstheilungskräfte. Dazu ist es erforderlich, dass wir uns von Illusionen verabschieden. Das erfordert (den Mut zum) Querdenken. Die stattdessen überwiegend praktizierte Alternative lässt sich mit einem Bonmot von Karl Kraus kennzeichnen: Wer in der Herde läuft, muss Ärschen folgen.

Folgende Maßnahmen gehören in Anlehnung an Philipp Bagus zum Kanon der Krisenbekämpfung, sei es die aktuelle oder die bevorstehende Krise:
1. Eine strikte geld- und wirtschaftspolitische „Laissez-faire-Orientierung“, damit die Liquidation von Fehlinvestitionen durch staatliche Rettungsmaßnahmen nicht behindert wird, Unsicherheit Sicherheit weichen kann und mit einer Bereinigung die Grundlage für einen Neuanfang geschaffen wird.
2. Keine neue Kreditexpansion, sondern das Zulassen eines Zinsanstiegs, damit nur langfristig rentable Projekte erhalten bleiben. Das Problem ist schließlich nicht mangelnde Liquidität, sondern zu viel Liquidität, aber mangelnde Solvenz, da die Finanzinstitute überschuldet sind.
3. Uneingeschränkte Lohn- und Preisflexibilität zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Die Arbeitskräfte müssen in die neuen, rentablen Projekte wechseln können. Daher ist in Deutschland ein radikales Zurückschneiden der Regulierung des Arbeitsmarktes und der Anstellungsbedingungen erforderlich.
4. Keine strukturkonservierenden Rettungsmaßnahmen, also weder Subventionen für die Autobranche noch für Öko-Projekte, da Subventionen den „Trial and Error“-Prozess verhindern und Innovationen wie Strukturwandel blockieren.
Den Punkten 1. bis 4. ist gemeinsam, dass sie die Voraussetzung dafür bilden, die verzerrte Produktionsstruktur wieder in Einklang mit den tatsächlichen Konsumentenwünsche zu bringen. Nur so entsteht Wohlfahrt und nicht nur sinnloses Wachstum. Zugleich entfallen zentrale Ursachen für die nächsten Krisen. Flankiert werden muss dies durch große Reformen. Dazu gehört:
5. Die Rücknahme des Staates und eine radikale Ausgabensenkung. Schließlich ist der Staat, auch durch die größten Steuereinnahmen der Geschichte, so fett wie nie zuvor. Drastische Steuersenkungen und ein ebensolcher Abbau der Staatstätigkeit sind eine drängende Aufgabe. Deregulierung eröffnet wieder Handlungsspielräume für die in größerem Ausmaß dann wieder privat verfügbaren Ressourcen.
6. Die Ermunterung zum Sparen als eine wertvolle Tugend. Die Illusion, das künstliche Buchgeld sei eigentlich gespartes Geld, bildete eine wesentliche Krisenursache. Neues Kapital ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Wiederbelebung der wirtschaftlichen Kräfte, und dieses Kapital kann nur von den Sparern kommen und nicht aus der Notenpresse der Zentralbanken. Daher ist abschließend noch ein Schritt erforderlich:
7. Das Zulassen von gutem Geld durch Übergang zum Free Banking.

Wie lässt sich ein solcher Maßnahmenplan zusammenfassen? Mit dem Schlagwort „utopisch“ vielleicht weniger als mit der Formel: wirtschaftspolitisch gibt es viel zu lernen und wenig zu tun.


 
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