| Wirtschafts- und Sozialpolitik als Rezessionsursache |
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In den USA, aber auch darüber hinaus, gehören der Immobilien- und Hypothekenboom wie der anschließende Einbruch dieser Märkte zu den zentralen Ursachen der aktuellen Rezession. Bezeichnenderweise haben die Wirtschafts- und Sozialpolitik der US-Regierungen diese Übertreibungen überhaupt erst ermöglicht und forciert. Die inflationäre Geldpolitik der Fed, die staatliche Unterstützung von Fannie Mae und Freddie Mac, die Rolle der US-Wohungsbaubehörde HUD und anderer Bundesbehörden haben die Marktverzerrungen entscheidend verursacht, über die heute unter dem Schlagwort „Marktversagen“ viel berichtet wird. Tatsächlich erleben wir die unglücklichen Folgen perverser Regierungspolitik, die im begrenztem Maß durch private Fehler verschlimmert wurde, urteilt Lawrence H. White, Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Missouri, in einer Krisenanalyse des Cato Insituts vom Dezember 2008. Demnach hat die US-Regierung risiko-reiche Hypothekendarlehen auf vielerlei Weise befördert: 1. Das US-Bundesbauministerium (FHA) hat kontinuierlich die Anzahlungsbedingungen für Hypothekenkredite gesenkt. Im populärsten Programm betrugen sie 2004 nur noch 3 Prozent. Private Anbieter mussten nachziehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Hypotheken mit geringen Anzahlungen verzeichneten besonders hohe Ausfälle. 2. Der Kongress hat mit einer Verschärfung des Community Reinvestment Act 1995 die Fusion von Banken beschränkt, die sich nicht an die sozialpolitischen Vorgaben für Kredite an eigentlich wenig kreditwürdige Konsumenten hielten. Abgesehen von der Schwächung der Banken und des Bankensystems sorgte dies für eine deutliche Zunahme risikoreicher Kredite, die als CRA-konform gepriesen wurden. 3. Die Bundeswohnungs- und Baubehörde (HUD) hat Druck auf Kreditgeber ausgeübt, damit diese preiswerte Kredite vergeben. HUD ging seit 1999 rechtlich gegen Unternehmen vor, die für risikoreiche Kredite an Minderheiten höhere Zinsen verlangten. Eine Folge war das Absenken der Kreditvergabestandards durch private Finanzinstitute. 4. Implizite Steuergeldgarantien haben die dramatische Expansion der Hypothekenkonzerne Freddie Mae und Fannie Mac ermöglicht, die von der Regierung ohnehin mit zahlreichen Privilegien ausgestattet waren. Kongress und HUD drängten die beiden Staatstrust zur Vergabe günstiger Kredite. Schließlich wuchsen die beiden Konzerne auf Hypothekengarantien in Höhe von unglaublichen 5 Billionen US-Dollar an - das sind 50 Prozent des Gesamtmarktes. Private Investoren gingen immer höhere Risiken ein, weil sie wussten, dass das Finanzministerium im Falle einer Insolvenz der Hypothekengiganten einspringen würde. Der Kongress weigerte sich bezeichnenderweise das Moral Hazard Problem anzugehen, um das Hypothekenwachstum nicht zu begrenzen. Der in die USA emigrierte österreichische Ökonom Fritz Machlup (1902-1983) war überzeugt, dass Wirtschaftspolitik überwiegend Krisen verursachende Politik ist. Wer möchte ihm angesichts dieser Bilanz widersprechen? |




