Der größte Bluff PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 07. Dezember 2008
CoverHegen Sie Zweifel an der Kritik staatlicher Papierwährung – das Gerede vom Fiat Money (Scheingeld) für intellektuelle Spielerei? Der unterhaltsame Spielfilm „The Million Pound Note“ deutet im deutschen Untertitel an, was die staatliche Geldproduktion tatsächlich ist. Er lautet: „Sein größter Bluff“.
Der junge, in England völlig mittellos gestrandete Amerikaner Henry Adams, gespielt von Gregory Peck, wird in London zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Versuchsobjekt einer Wette. Zwei sehr wohlhabende Brüder versehen ihn mit einer echten „Eine Millionen Pfund Note“. Vier Wochen lang darf er diese behalten, aber nicht einwechseln. Die bloße Existenz der Banknote öffnet ihm nicht nur alle Türen bis in die aristokratische High Society, sondern setzt auch reihenweise bei den Mitmenschen die Vernunft außer Kraft. In einem Lokal argwöhnte der Besitzer zunächst ob Adams überhaupt sein Essen bezahlen könne. Als dieser das Papier vorzeigt, wird er wie ein Fürst behandelt und ihm für alle zukünftigen Besuche kostenlose Bewirtung zugesagt. Seine abgerissene Kleidung lässt den traditionsreichen Schneider die Nase rümpfen. Sobald er die Note in den Händen hält, begeht er Moral Hazard: Adams benötige mindestens 30 Anzüge, die Bezahlung spiele keine Rolle und logieren müsse er im Nobel-Hotel seines Cousins. Dort erhält der als „bedeutsamer Mann“ titulierte Amerikaner tatsächlich die Fürstensuite. Was den dort eigentlich residierenden Herzog zu einem folgenreichen Manöver veranlasst. {mosimage}Die Banknote verschwindet. An der Börse löst die Existenz und später das zeitweise Verschwinden einen sehenswerten Spekulationsboom und -bust aus. Plötzlich stehen alle Gläubiger Schlange. Sie wähnen Betrug, geben sich jedoch wieder ihren Illusionen hin als das Papier wieder auftaucht. Zwei Sätze aus Henry Adams Ansprache vor den aufgebrachten Spekulanten und Gläubigern auf der großen Lobbytreppe bringen das ganze monetäre Drama auf den Punkt: „Es ist doch unvernünftig, dass Sie lieber auf meinen guten Ruf spekulieren als auf eine gute Chance Gold zu finden.“ und „Es ist viel zu viel Wind gemacht worden um etwas, das schließlich nichts weiter ist als ein Stückchen Papier.“ Übrigens soll die Bank of England 1953 Werbung mit der Film-Banknote auf Kinopostern verboten haben. Schließlich scheint nur die Liebe dem großen Bluff nichts anhaben zu können.
 
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