Startseite Zur Inflationskrise Hintergründe Finanzmarktkrise reloaded: Währungsmonopol als Krisentreiber
Finanzmarktkrise reloaded: Währungsmonopol als Krisentreiber PDF Drucken E-Mail

Wir können es nicht oft genug wiederholen: Die Ursache der anhaltenden Finanzmarktkrise ist staatspolitisches Versagen, genauer ein Versagen der staatlichen Geldpolitik. Weil die Zentralbanken über Jahre hinweg künstlich zu niedrige Zinssätze festgesetzt haben, war die exzessive Ausgabe von Banknoten und Krediten durch Finanzinstitute möglich. Das staatliche Währungsmonopol ist die Voraussetzung für diesen doppelten Irrtum.

Eine Folge der Kreditexpansion ist, dass Preise und Gehälter entsprechend zu steigen zu beginnen. Dabei werden diejenigen zuerst begünstigt, die von der staatlichen Geldmengenblase zuerst profitieren: die heute gescholtenen Top-Manager der Banken und Versicherungen. Nun kann der Geldmengen induzierte Aufschwung nicht ewig anhalten. Anders als das staatliche „Fiat money“ (ungedecktes Papiergeld) sind Güter und Arbeit knapp. Produktion und Arbeit können lediglich von den einen Unternehmen abgezogen und in die anderen Unternehmen transferiert werden.

Irgendwann erkennen die Fachwelt und anschließend auch die Öffentlichkeit, dass die Preise steigen. Im schlechtesten Fall bricht Panik aus, weil alle ihr wertloses Geld loswerden wollen – eine Flucht in reale Werte setzt ein, wie in Deutschland 1923 und 1945. Auch wenn es nicht zur Hyperinflation kommt, müssen die Banken auf die Bremse treten und die Kreditexpansion stoppen, um ihre Fehlinvestitionen zu korrigieren und den Kollaps der Währung zu vermeiden. Dann wird der falsche Eindruck der „Profitabilität“, der aus der Kreditexpansion resultiert, sichtbar. In dieser Phase befinden wir uns heute. Aufgedeckt werden nicht nur ungerechtfertigte Investitionen, sondern auch ungerechtfertigte Preise, die nun verfallen. Krise und Depression folgen den Boom. Kapital geht verloren, vor allem in nun sichtbar unrentablen Projekten. Konsumeinschränkung, Abbau von Arbeitsplätzen, Schließungen von Unternehmen sind Anzeichen für eine marktwirtschaftliche Korrektur des staatspolitischen Versagens. Kapitaleigner, Arbeitnehmer und Konsumenten müssen das ausbaden, was die Politik angerichtet hat. Erst dann kann ein neuer Aufbau von Kapitalstöcken erfolgen.

In der Regel wird die Depression durch die Rigidität der Löhne und Gehälter verlängert. Diese waren während des Booms gestiegen und müssten nun eigentlich sinken. Da Gewerkschaften und Politiker dies zu verhindern wissen, entsteht Arbeitslosigkeit und die Erholung verzögert sich. Eine neue, normale Lage kann erst wieder eintreten, wenn Preise und Gehälter sich an die Geldmenge angeglichen haben. Wirtschaft (und Gesellschaft) können sich erst dann harmonisch und sanft entwickeln, wenn auf alle künstlichen Eingriffe verzichtet wird, die der Staat zur Korrektur von Preisen, Löhnen, Zinsen, Wettbewerbsfähigkeit usw. gegen die freie Koordination der Bedürfnisse einer unübersehbaren Zahl von Menschen vornimmt. Die Alternative zum Staatsmonopol ist und bleibt die freie Konkurrenz – dies gilt ganz besonders für ein Gut wie Geld, welches Ergebnis eines Marktprozesses und nicht einer staatlichen Erfindung ist.

 
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