Startseite Zur Inflationskrise Hintergründe Never change a running system ... griechische Finanzen
Never change a running system ... griechische Finanzen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Montag, 30. April 2012

"Die griechischen Finanzen befanden sich stets in einem bedenklichen Chaos, dessen Ordnung nie gelungen ist und das 1893 durch die wiederholten Kriegsrüstungen, durch die Beteiligung an den kretischen Aufständen, durch übertriebene Ausgaben für die Marine und die Unfähigkeit der meisten Finanzminister zum Staatsbankrott führte. Nachdem die Staatsschuld auf 598 Mill. Drachmen in Gold und 152 Mill. Drachmen in Papier gestiegen war, setzte die Regierung mehrere Jahre lang in willkürlicher Weise die Zinsen der auswärtigen Anleihen auf ein Drittel des ursprünglichen Betrags herab. Als die Finanzen infolge des unglücklichen Krieges mit der Türkei 1897 sich noch mehr verschlechterten, wurde dem Finanzminister eine aus je einem Vertreter der sechs europäischen Großmächte bestehende internationale Finanzkontrolle mit dem Sitz in Athen beigegeben. Das Schuldarrangement vom 26. Febr. 1898 überweist als Garantie für den Dienst der äußern Schuld folgende Staatseinkünfte: die Monopoleinnahmen (aus Salz, Petroleum, Streichhölzern, Spielkarten, Zigarettenpapier und Narosschmirgel) mit einem jährlichen Mindestetat von 12,300,000 Drachmen, Tabaksteuer mit 6,600,000 Drachmen, Stempelsteuer mit 10 Mill. Drachmen, zusammen 28,900,000 Drachmen. Falls dieser Betrag nicht erzielt wird, sind zur Aushilfe noch die Piräuszölle, deren Jahresetat auf durchschnittlich 10,700,000 Drachmen angesetzt ist, verpfändet. Der Zinsendienst ist wie folgt festgesetzt …
Seit Einführung der Kontrolle ist eine Besserung der Finanzen zu bemerken. …"

Quelle: Meyers Lexikon von 1909 (Dank an CvP)

 
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