| Der Euro ist gescheitert |
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| Geschrieben von: mvp |
| Mittwoch, 05. Mai 2010 |
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Der Euro war kein ökonomisches, sondern vor allem ein politisches Projekt. Der Euro sollte die politische Einigung Europas forcieren – eine Währungsunion als Symbol und Triebkraft des zentralistischen Europas. Im Hinblick auf eine Währung ökonomisch unüberbrückbare Differenzen sollten politisch „wegutopiert“ werden. Die Märkte haben nun zunächst am Beispiel Griechenland offen gelegt, dass die ökonomischen Spannungen zu groß sind. Das war bereits am 11. Juni 1992 im Memorandum führender deutscher Wirtschaftswissenschaftler zur Währungsunion zu lesen. Die griechische Regierung müsste sich – ginge es mit rechten Dingen zu – zu Marktzinsen finanzieren und würde dann vermutlich Bankrott gehen. Angesichts der strukturell und perspektivisch schlechten Lage der griechischen Wirtschaft liegt ein Ausscheiden aus dem Euro-Verbund nahe. Es sei denn, die griechische Regierung würde statt eines (bei Politikern jedweder Nationalität üblichen, mit John M. Keynes noch einmal richtig in Mode gekommenen) Abwertungsbetrugs mit der Drachme, der Bevölkerung die ungeschminkte Wahrheit mitteilen. Das bedeutet deutliche Lohnsenkungen, Wohlstandseinbußen und parallel sinkende Preise. Die Reaktion der europäischen Politiker besteht in der üblichen Umdeutung der Ereignisse – Katze heißt Maus und umgekehrt. Das ökonomische Scheitern wird Spekulanten angelastet. Nicht die verheerende Ausgabenpolitik der griechischen Regierung, sondern die Überbringer der Nachricht sollen Schuld sein. Die ökonomischen Fakten werden mit politischen Maßnahmen (notdürftig) übertüncht. Ein Bailout soll den Primat der utopischen Politik über die ökonomische Realität wieder herstellen. All das geschieht vorgeblich im Interesse der Steuerzahler, die allerdings allein das Risiko für ausfallende Kredite tragen, aber etwa für einen griechischen Staatsbankrott nicht bezahlen müssten. Und die rechtswidrigen Kredithilfen dienen genauso wenig der Stabilität des Euro wie die Politik der EZB, griechische "Ramschanleihen" als Sicherheiten für Kredite zu akzeptieren. Vielmehr zielen die Maßnahmen darauf ab, Zeit zu kaufen, koste es, was es wolle. Die Staatsverschuldung einer ganzen Reihe von Euro-Staaten wird von den Märkten als inakzeptabel hoch bewertet. Statt die Realität anzuerkennen und auf dem Irrweg überbordender Staatsverschuldung und Jahrzehnte lang verschleppter Strukturreformen umzukehren, halten die Regierungen an ihrer Politik wider die ökonomische Vernunft fest. Sie können kaschieren, aber nichts mehr daran ändern, der Euro ist gescheitert. |




