| Griechenlandspekulanten: Schein und Realität |
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| Geschrieben von: mvp |
| Freitag, 09. April 2010 |
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Sogenannte Spekulanten werden zusammen mit Credit Default Swaps derzeit wieder für die Finanzierungsschwierigkeiten der griechischen Regierung verantwortlich gemacht. "Angriffe aus dem Dunkeln" titelte (selbst) das Handelsblatt oder "Auf Schnäppchenjagd: Wie Spekulanten an der Euro-Krise verdienen". Von "Krisen-Gewinnern", "Wetten", "Tarnen und Täuschen" ist die Rede. Bemerkenswerterweise hat es auch das Handelsblatt nötig, eine emotionalisierte Scheinwelt statt der Realität zu präsentieren. Willkommen in der Matrix! Wer sich lieber mit der Realität beschäftigen möchte, auch um zu verstehen, wie Märkte tatsächlich funktonieren, dem sei der exzellente Ordnungspolitische Kommentar von Christian Vossler, Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln, empfohlen: "Strikte Regelbindung zur Abwendung einer griechischen Tragödie". Zur Rolle des Kapitalmarktes schreibt der Ökonom: "Naturgemäß sehen viele Politiker die Ursache nicht im eigenen Verschulden, sondern bei sogenannten Spekulanten, die die Zinsen für griechische Anleihen in die Höhe treiben. Die Kausalkette ist jedoch andersherum und zeigt die disziplinierende Wirkung des Kapitalmarktes. Ein hoher Zinssatz resultiert aus einer schlechter eingeschätzten Bonität, z. B. auf Grund einer unsoliden Fiskalpolitik. Dies sollte den betroffenen Ländern in aller Deutlichkeit zeigen, dass dringender Konsolidierungsbedarf besteht. Grundsätzlich ist auch die Rolle der Credit Default Swaps so zu bewerten. Diese stellen eine Ausfallversicherung für Anleihen dar. Steigt das Risiko eines Ausfalls, steigt der Preis für diese Swaps. Diese Preise reagieren schneller als die Kurse der Anleihen und sind daher ein wichtiger Indikator, um Risiken zu erkennen. Man kann mit diesem Instrument auch spekulieren, ohne die Anleihe zu besitzen und letztlich von sinkenden Anleihepreisen profitieren. Dieses Verhalten ist nicht unmoralisch, sondern hat eine wichtige Signalfunktion. Wenn viele Spekulanten eine Gefahr für eine Anleihe sehen und sich entsprechend positionieren, zeigt die Entwicklung des Swap-Preises die Bedenken der Investoren an. Gerade auf den Finanzmärkten, wo viele Akteure agieren, kann so auf eine breite Wissensbasis zurückgegriffen werden. Die einzelnen, weit verbreiteten Informationen werden effizient genutzt und bewerten die Gefahr in einer einzigen Kenngröße." |




