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Donnerstag, 13. August 2009 |
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Critical Review ist eine interdisziplinäre Zeitschrift für Politik und Gesellschaft. In der viel gepriesenen aktuellen Ausgabe kommen eine Vielzahl von Stimmen zu den Ursachen der Finanzkrise (in Form wissenschaftlicher Aufsätze) zu Wort. Einige bemerkenswerte Analysen seien hervorgehoben:
- Herausgeber Jeffrey Friedman argumentiert, die Krise sei Folge komplexer und ständig wachsender Regulierung, einschließlich der Ratingagenturen. Mit dieser Tatsache sei die Realisierungbarkeit des Jahrhunderte alten Versuchs einen Hybrid-Kapitalismus zu kreieren, in dem Regulierung ökonomische Probleme heilen solle, fragwürdig geworden.
- Viral V. Acharya und Matthew Richardson fragen, warum das Platzen der Immobilienblase das Finanzsystem und nicht nur den Häusermarkt in die Knie gezwungen habe. Als Ursache führen sie zwei Methoden der Banken an: Die Umgehung von Kapitalbedarf-Regulierungen durch ausserbilanzielle Veranlagungen und die Reduzierung von erforderlichem Eigenkapital infolge von Regulierungen. Gleichwohl habe die Risikodiversifikation über moderne Finanzprodukte zu einer Konzentration des Risikos in den Banken geführt.
- Steven Gjerstad und Nobelpreisträger Vernon L. Smith weisen auf die längste Phase expansiver Geldpolitik als Ursache der Immobilienblase von ungewöhnlicher Größe hin. Da Kredite vielen Menschen mit wenig Kapital gewährt wurden, überstiegen die Verluste bald deren Eigenkapital, was sich auf das gesamte Finanzsystem übertrug und in einen Teufelskreislauf sinkender Finanzierung, nachlassender Häusernachfrage, fallenden Preisen usw. mündete.
- Peter J. Wallison sieht in einer obskuren Wohnungspolitik, Steuern und Regulierungen der US-Regierungen die Hauptursache, darunter den Community Reinvestment Act, Fannie Mae und Freddie Mac sowie das komplexe Regulierungsfeld reduzierter Kapitalanforderungen und üblicher Risikoaufschläge für Hauskäufer.
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