Startseite Zur Inflationskrise Aktuelles Weltwirtschaftskrisendiagnose reloaded
Weltwirtschaftskrisendiagnose reloaded PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 22. März 2009
Athony Evans gehört zur Generation der jungen Österreicher in den USA. Der gebürtige Brite hat viel mehr Substantielles über die Inflationskrise zu sagen als wir täglich in den „Kohlenstoffmedien“ lesen oder im „öffentlich-rechtlichen“ Mainstream hören und sehen können. Zu den klugen Überlegungen zählen folgende ausgewählte Äußerungen, die im Blog The Filter^ in vollem Umfang nachzulesen sind:
  • Die aktuelle Rezession ähnelt hinsichtlich des Produktionsrückgangs vorangegangenen Wirtschaftskrisen, aber sie ist viel schlimmer was die Arbeitslosigkeit betrifft.
  • Bernankes Prognosen und die tatsächliche Entwicklung sind nicht unabhängig von einander – einige seiner Kommentare könnten Wunschdenken sein, da es sein Job ist, „Erwartungen zu managen“ und „Vertrauen wiederherzustellen“.
  • Bernanke liegt völlig falsch, wenn er behauptet „wir werden die Erholung Anfang nächsten Jahres sehen“. Die Erholung findet gerade jetzt statt. Wir haben einen falschen Boom hinter uns, in dem Menschen knappe Ressourcen verschleudert haben ... Die Korrektur (d.h. sinkende Produktion, steigende Arbeitslosigkeit) ist die unvermeidbare und notwendige Folge des Booms.
  • Wenn das BIP anfängt zu steigen, könnte das ein Anlass zur Sorge sein, da es darauf hinweisen könnte, dass die zugrunde liegenden Strukturprobleme, die die Krise ausgelöst haben, nicht korrigiert wurden.
  • Eine der Gründe für die 2008/09 Rezession ist die politische Antwort auf die 2000 Dot-com-Blase. Wir haben es versäumt die Korrektur stattfinden zu lassen, wir haben einfach eine neue Blase geschaffen. Wenn unsere Angst vor Rezessionen bedeutet, dass wir das Gleiche wieder tun – ein Pflaster auf den Ballon kleben und ihn mit Luft voll pumpen - dann bedeutet ein Anstieg des BIP wenig Gutes.
  • Ein Wiederaufleben des Wirtschaftswachstums heißt nicht, dass sich die Wirtschaft wieder erholt hat. Das Wachstum des BIP sah jahrelang gesund aus, aber inzwischen haben wir festgestellt, dass das die Folge einer inflationären Blase ist, und dass die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Bedingungen problematisch waren.
  • Zwischen den politischen Entscheidungsträgern und dem Gemeinwohl klafft eine Lücke. Mit ihrem Blick allein auf Indikatoren wie das BIP, die Inflationsrate und die Börse ignorieren sie die strukturellen Ungleichgewichte, die die Arbeitsmarktanpassungen auslösen, welche wir aktuell sehen. Aktienkurse sind nicht das gleiche wie eine gesunde Wirtschaft – 1933 und 1935 waren zwei der besten Jahre der US-Börsengeschichte, aber sie ereigneten sich während der Großen Depression.
  • Die Antwort auf die Kreditklemme – eine präzedenzlose Ausweitung der Geldmenge (die Geldmenge hat sich in den USA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt) – wird die Inflation anheizen. Wir sollten die Aktienmärkte wieder zurückfallen sehen, weil dies normalerweise während einem Inflationsexzess passiert.
Bewertung: Tatsächlich kann nicht oft genug betont werden, dass die derzeitige Krise die Heilung ist – Geldpolitik und Regulierungen sind die Krankheit. Sie wird durch den permanenten Interventionismus der Regierungen gestört und hinausgezögert. Arbeit und Kapital muss neu geordnet werden, weg von den zum Scheitern verurteilten Inflationsprojekten hinein in die zukunftsträchtigen Verwendungen. Dabei gilt: Je starrer die Löhne desto höher die Arbeitslosigkeit. Enteignungen, Regulierungen und Inflationspolitik sorgen lediglich für Umverteilung, verlängern die Krise und destabilisieren die Währung(en). Sie haben bereits weite Teile des Preissystems gestört und damit die Koordination der Märkte empfindlich getroffen. Eine Krise des aktuellen Ausmaßes kann unmöglich auf freien Märkten entstehen.
Das politisch gewollte System des Interventionismus hat uns die Weltwirtschaftskrise eingebrockt. Wenn der Wirtschaftsabschwung erst einmal hinter uns liegt, ist der Zeitpunkt gekommen, den Märkten für die Krisenbewältigung zu danken. Das bedeutet uns allen als Marktteilnehmer zu danken. Denn aller Voraussicht nach werden unsere Regierungen nicht dazu beitragen, die Krise zu überwinden. Vielmehr werden sie die fortdauernden Defizite wie Massenarbeitslosigkeit und massive Geldentwertung verantworten müssen. Das System des Interventionismus ist zum Scheitern verdammt. Die Alternative lautet – freie – Marktwirtschaft.
 
Facebook MySpace Twitter Digg Delicious 
 
 
Bild