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EZB vereitelt Krisenbereinigung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: mvp   
Mittwoch, 18. April 2012

In der NZZ hat Andreas Uhlig eine sehr gute Bestandsaufnahme zur EZB-Geldpolitik veröffentlicht: "Es ist immer eine Illusion gewesen, dass die Liquiditätsspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Finanzmärkte längere Zeit besänftigen könnten." Die Euro-Krise sei wieder offen ausgebrochen, die Liquidität versickere, die fundamentalen Probleme blieben ungelöst. Hinzu gekommen sind neue, im aktuellen Brennpunkt Spanien haben beispielsweise die Banken mit dem billigen Geld Staatsanleihen finanziert, deren Wert derzeit rund 1,6 Mrd. Euro unter dem Kaufpreis liegt. Die Banken verfügen indes nicht mehr über Reservekapital für weitere Sicherheiten. Ihre Abhängigkeit von der EZB ist weiter gestiegen.

Und das ist der Mechanismus, der inzwischen greift: "Durch neue Käufe von Anleihen könnte die EZB versuchen, deren Kursverfall zu bremsen und erneut Zeit zu gewinnen. Doch diese Interventionen sind für Anleger mittlerweile ein eindeutig negatives Signal. Seit Griechenland ist klar, dass die Kosten einer Restrukturierung von Staatsschulden nur vom privaten Sektor getragen werden. Der offizielle Sektor bleibt unbehelligt. Damit erhöht jeder offizielle Kauf die im Falle einer Restrukturierung von privaten Anlegern zu tragende Last. Eine sich beschleunigende Flucht der noch verbliebenen privaten Anleger setzt ein."

Die Lage in Spanien stellt sich wie folgt dar: "Gegenwärtig fürchten die Märkte vor allem negative Entwicklungen in Spanien. Die Gründe sehen Analytiker der Carmel Asset Management auf fünf Ebenen: Spaniens Schulden sind 50% höher als offiziell zugegeben, die Immobilienpreise müssen weitere 35% fallen und belasten die Banken entsprechend, sie benötigen noch zusätzliches Kapital in Höhe von 200 Mrd. €, die Wirtschaft hat sich nicht stabilisiert, und Europa hat weder den Willen noch die Kraft für einen Bail-out von Spanien."

Es bleibt zum Bundesliga Saisonende die Weiheit: "Nach" der Krise ist vor Krise.

 
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