| Liberale Todsünden und liberale Hoffnung |
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| Geschrieben von: mvp | |||
| Sonntag, 14. November 2010 | |||
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Der Hamburger Philosoph Rolf W. Puster ist ein Glücksfall für den Liberalismus. Das wird auch an seiner bei mises.de nachlesbaren Rede "Die beiden Todsünden des real existierenden Liberalismus" deutlich - das Original ist besser als jede Zusammenfassung. Die beiden Todsünden sind die "unzulängliche intellektuelle Aneignung liberaler Grundprinzipien" und das "Zurückschrecken davor, die Resultate liberalen Denkens unmissverständlich zu kommunizieren und offensiv zu vertreten."Tatsächlich sind mangelnde liberale Konsequenz und Prinzipientreue sowie eine (verschämte) Zurückhaltung heute verbreitet. Die verwässerte Form eines sozialen oder Neoliberalismus hat gravierende Nachteile. Sie verstellt den Blick auf schlagende liberale Prinzipien, darunter
Außerdem kennzeichnet konsequente Liberale das unbedingte Eintreten für
Rolf W. Puster konstatiert: "Es ist die liberale Urintuition, das Muster von Zwang und Gewalt als zutiefst unmoralisch anzusehen und zu ächten: Anderen Menschen Gewalt anzutun oder sie durch Gewaltandrohung zu etwas zu zwingen, ist im Grundsatz etwas Übles und Verwerfliches." Der Wert der besseren Idee lässt sich u.a. an folgendem Auszug aus der Rede des Hamburger Philosophen verdeutlichen: "Freiwillige Kooperation kommt nur zustande, wenn alle Kooperationspartner sich etwas von ihr versprechen — ohne Eigennutz keine Kooperation. An dieser Einsicht führt keine moralische Entrüstung vorbei. Doch Moralapostel können aufatmen — purer Eigennutz allein führt nicht zur Kooperation, denn alles Kooperieren ist ein Tauschen: Es muss etwas hingegeben werden, um etwas empfangen zu können. Die Freiwilligkeit der Kooperation stellt sicher, dass jeder Leistung eine Gegenleistung korrespondiert, und sie stellt darüber hinaus sicher, dass Leistung und Gegenleistung den Wünschen der Tauschpartner entsprechen. Wer eigennützig tauschen will, muss sich darum scheren, was andere wünschen, und er muss das, was er zu bieten hat, darauf abstimmen, da er sonst keinen Tauschpartner findet. Der freiwillige Tausch ist mithin kein Nullsummenspiel, denn der Gewinn des einen ist nicht der Verlust des anderen; das Einzigartige des freiwilligen Tausches liegt vielmehr darin, dass er alle an ihm Beteiligten bereichert." Was passiert, wenn eine liberale Ordnung verwässert wird, bringt Rolf W. Puster u.a. wie folgt zum Ausdruck: "Dass Marktwirtschaft ohne staatliche Eingriffe ein profit-and-loss-System ist, also ein System, für das Gewinn und Verlust konstitutiv sind, wird von den Profitfeinden geflissentlich übersehen. Und sie übersehen ebenfalls, dass jede Intervention, die auf die Verhinderung von Verlusten zielt, den Risikoappetit der Wirtschaftssubjekte untunlich erhöht. In einem tatsächlich entfesselten Kapitalismus wären eben auch die auf andere nicht abwälzbaren Verlustrisiken so entfesselt, dass weitaus umsichtiger und verantwortungsvoller gewirtschaftet würde als unter staatlichen Rettungsschirmen und Bestandsgarantien. Ein sogenannter Kasinokapitalismus kann nur dort entstehen, wo die Gewissheit herrscht, Gewinne behalten und Verluste an andere weiterreichen zu können." Es ist Zeit, konsequent und kompromisslos für liberale Werte einzutreten. Das bedeutet keineswegs Überheblichkeit, sondern schließt durchaus Selbstzweifel zur Selbstvergewisserung ein, um Schwachstellen zu beseitigen. Anschließend fällt es leichter, am eingeschlagenen Weg unbeirrbar festzuhalten - mit viel Selbstvertrauen. Denn "Freiheit ist ein universeller Schlüssel zur Lösung der wichtigsten Probleme des menschlichen Zusammenlebens".
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