Startseite Zum Mitnehmen Zentrale Texte Was ist Liberalismus? Der Liberalismus ist keine Ideologie der Besitzenden
Der Liberalismus ist keine Ideologie der Besitzenden PDF Drucken E-Mail
Samstag, 06. August 2005
„Der Liberalismus tritt nicht als eine dem Klasseninteresse der Besitzenden dienende Lehre auf. Wer ihn so auffasst, hat von vorneherein dem Hauptgedanken des Sozialismus zugestimmt; für einen Liberalen darf er sich nicht halten. Der Liberalismus verlangt Sondereigentum [= Privateigentum] nicht im Interesse der Besitzenden, sondern im allgemeinen Interesse; er geht davon  aus, dass die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung nicht nur im Interesse der Besitzenden, sondern im Interesse aller Glieder der Gesellschaft gelegen sei. Im sozialistischen Gemeinwesen werde es wohl keine oder nur geringere Ungleichheit in der Einkommensverteilung geben. Da aber wegen der geringeren Ergiebigkeit der sozialistischen Produktion die Summe dessen, was zu verteilen ist, bedeutend kleiner sein müsse, werde auf jeden Einzelnen weniger entfallen, als jetzt auch den Ärmsten zukommt. Ob man diese Argumentation für richtig ansieht oder nicht, ist eine andere Frage. Doch darum handelt es sich beim Streit zwischen Sozialismus und Liberalismus. Wer sie von vornherein ablehnt, hat damit auch schon den Liberalismus abgelehnt.“

Ludwig von Mises: Die Gemeinwirtschaft, 465.
 
Facebook MySpace Twitter Digg Delicious 
 
 
Bild