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„Besonders aufschlussreich aber ist die Beobachtung, dass alle totalitären Bewegungen unserer Zeit mit sicherem Blick im Liberalismus ihren eigentlichen Gegenpol erkannt und keinen Augenblick aufgehört haben, mit Gewalt, Verleumdung und Beschimpfung gegen ihn Krieg bis aufs Messer zu führen. Auf der ständigen Suche nach irgendeiner Erfolg versprechenden Wendung haben die modernen Tyrannen – mögen sie sich nun faschistisch, nationalsozialistisch oder kommunistisch nennen – alle Maskenkostüme ausprobiert. Sie haben uns versichert, dass sie sozialistisch oder demokratisch oder nationalistisch oder romantisch-korporativistisch oder was sonst immer seien. Ja, sie haben zuzeiten den Zynismus so weit getrieben, dass sie sogar dem Christentum Reverenz erwiesen. Aber sie haben sich gehütet, jemals dem Liberalismus den Hof zu machen. Hier mussten sie Halt machen, wenn sie sich nicht selbst aufgeben wollten, den „Liberalismus“ bedeutete ja für Mussolini die Freimaurer, für Hitler die „Juden“, die „Intelligenzbestien“ und „Schwätzer“, für Lenin die verhasste „Burgeosie“. Für diese neuropathischen Zigeuner unserer Gesellschaft verkörperte der Liberalismus jene Welt des Bürgertums, die ihnen fremder und unzugänglicher als Tibet war. Und doch würden sie vielleicht in ihrem zynischen Pragmatismus selbst einen vorübergehenden Flirt mit dem Liberalismus nicht gescheut haben, wenn sie sich davon irgendeine Wirkung auf die Massen versprochen hätten. Aber als Kenner der Massenseele, deren Ausdruck sie selbst waren, wussten sie nur zu gut, dass man um sie nicht mit den liberalen Gedanken der Toleranz, der Persönlichkeit, der Freiheit und des Rechtes wirbt. Sie zogen es vor, die Massenleidenschaften durch die Parolen des Nationalismus und Sozialismus zu entflammen, die der Massenseele gemäß sind und in ihrer Mischung zu dem Dynamit wurden, das die Welt in die Luft gesprengt hat.“ schrieb Wilhelm Röpke 1950 in seinem Buch „Maß und Mitte“ (S. 11) Es lohnt sich die Zeit nach 1950 Revue passieren zu lassen und auf die nachfolgenden Gegner des Liberalismus, des Neoliberalismus und der Marktwirtschaft zu schauen. Welche Beschimpfungen stoßen sie aus? Welche Masken tragen sie? Welche illiberalen Gedanken verfolgen sie? In welchem Licht erscheinen dann zum Beispiel Ökologisten, Verbraucherschützer, Sympathisanten von Attac, Fiskalsozialisten, …?
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