Gleichheit PDF Drucken E-Mail
Samstag, 06. August 2005

„Aus der Tatsache, dass die Menschen sehr verschieden sind, folgt, dass gleiche Behandlung zu einer Ungleichheit in ihren tatsächlichen Positionen führen muss und dass der einzige Weg, sie in gleiche Positionen zu bringen, wäre, sie ungleich zu behandeln. Gleichheit vor dem Gesetz und materielle Gleichheit sind daher nicht nur zwei verschiedene Dinge, sondern sie schließen einander aus; und wir können nur entweder die eine oder die andere erreichen, aber nicht beide zugleich. Die Gleichheit vor dem Gesetz, die die Freiheit fordert, führt zu materieller Ungleichheit. Wir werden hier die Ansicht vertreten, dass der Staat zwar, wo er aus anderen Gründen Zwang gebrauchen muss, alle Menschen gleich behandeln soll, dass aber der Wunsch, die Menschen in ihren Lebensbedingungen gleich zu machen, in einer freien Gesellschaft als Rechtfertigung für weitergehenden und diskriminierenden Zwang nicht anerkannt werden kann.“

Friedrich August von Hayek, Verfassung der Freiheit, 107.


„Es ist … ganz und gar unberechtigt, an der Art und Weise, wie der Liberalismus sein Gleichheitspostulat verwirklicht hat, auszusetzen, dass sie n u r Gleichheit vor dem Gesetz und keine wahre Gleichheit geschaffen hat. Die Menschen wirklich gleich zu machen, reicht alle menschliche Kraft nicht aus. Die Menschen sind und bleiben ungleich. Nüchterne Zweckmäßigkeitserwägungen … sprechen dafür, die vor dem Gesetz gleich zu behandeln. Mehr hat der Liberalismus nicht gewollt. Und mehr konnte er nicht wollen. Es geht über menschliche Kraft hinaus, einen Neger weiß zu machen. Aber man kann dem Neger dieselben Rechte verleihen wie dem Weißen und ihm damit die Möglichkeit bieten, bei gleichen Leistungen auch dasselbe zu erreichen.“

Ludwig von Mises, Liberalismus, 25f.


„Gerechtigkeit erfordert, dass jene Bedingungen im Leben der Menschen, die von der Regierung bestimmt werden, für alle gleich sind. Aber Gleichheit dieser Bedingungen muss zur Ungleichheit der Ergebnisse führen.“
Friedrich August von Hayek, Verfassung der Freiheit, 121.


„Gleichheit der allgemeinen Gesetzes- und Verhaltensregeln ist jedoch die einzige die Freiheit fördernde Gleichheit, und die einzige Gleichheit, die ohne Gefährdung der Freiheit gesichert werden kann. Freiheit hat nicht nur mit anderen Arten von Gleichheit nichts zu tun, sondern sie bringt sogar unvermeidlich in vieler Hinsicht Ungleichheit hervor.“
Friedrich August von Hayek, Verfassung der Freiheit, 105.


„Das Argument für die Freiheit betont, dass die Verschiedenheiten der Personen keine Rechtfertigung dafür bieten, dass der Staat sie verschieden behandelt. Und es verwirft die unterschiedliche Behandlung durch den Staat, die notwendig wäre, wenn den Menschen, die tatsächlich so verschieden sind, gleiche Positionen im Leben zugesichert werden sollten.“
Friedrich August von Hayek, Recht, Gesetzgebung und Freiheit, 1 105.


„Während die Gleichheit der Rechte unter einer beschränkten Regierung möglich und eine wesentliche Bedingung individueller Freiheit ist, kann ein Anspruch auf Gleichheit der materiellen Position nur durch eine Regierung mit totalitären Gewalten erfüllt werden.“
Friedrich August von Hayek, Recht, Gesetzgebung und Freiheit, 2 117.
 
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