Chancengleichheit PDF Drucken E-Mail
Samstag, 06. August 2005
„… dass es reine und ungerechte Willkür wäre, eine Gleichheit nur in denjenigen Startbedingungen, nämlich den materiellen, anzustreben, die der Ausgleichung durch den Staat zugänglich sind, während man die übrigen – ungleiche Gesundheit, ungleiche Intelligenz, ungleiche Charaktereigenschaften – hinnehmen müsste. Eine auf wirkliche Startgerechtigkeit ausgehende Politik müsste … die materiellen Ausgangsbedingungen (Einkommen und Vermögen der Eltern) so dosieren, dass in Kombination und in Auswägung mit den immateriellen Ausgangsbedingungen, die sich der Ausgleichung entziehen, eine ‚equality of opportunity’ herauskommt. Denn wie will man es verteidigen, einem Kinde, das von seinen Eltern zwar eine schwache Gesundheit, aber dafür in Kompensation wenigstens bessere materielle Bedingungen des Lebenskampfes geerbt hat, auch diese noch zu nehmen? Sollen die anderen nicht froh sein, einen gesunden Magen, ein kräftiges Herz oder eiserne Nerven geerbt zu haben? Wie aber will man das alles miteinander verrechnen?
Wilhelm Röpke, Jenseits von Angebot und Nachfrage, 325.
 
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