Wohlfahrtsstaat PDF Drucken E-Mail
Samstag, 06. August 2005

"In Wirklichkeit funktioniert der Wohlfahrtsstaat doch so, dass er zwar zunächst seinen Zwang durch Aufdrängung von Wohltaten praktiziert, dass aber, um Wohltaten verteilen zu können, er erst einmal die Mittel dazu eingezogen haben muss, und wenn das eine mit Zwang geschieht, muss das andere auch mit Zwang geschehen, und dann sind wir hin und her auf dem Wege in den totalitären Zwangsstaat."

Alexander Rüstow, Rede und Antwort, 180.


"Wenn man bei wohlfahrtsstaatlicher Organisation zu sagen pflegt, dass „der Staat“ es ist, der die Kosten trägt, so muss man sich doch klar machen, dass der Staat aus Eigentum ja überhaupt keine Mittel zur Verfügung hat, vielmehr alles, was er ausgibt, vorher einnehmen muss. Es ist insofern nichts weiter als ein ungeheures, höchst kompliziertes Röhrensystem, teils aus Saugröhren, teils aus Druckröhren bestehend. Der Wohlfahrtsstaat legt Wert darauf, dass er zu jedem Staatsbürger ein Druckrohr leitet, durch das er ihm seine Wohlfahrtsleistungen zupumpt. Zugleich aber hat er in der Geldtasche jedes Staatsbürgers ein Saugrohr verschiedenen Querschnitts, und die Funktion des Staates besteht nun darin, das ganze ungeheure Röhrensystem in Tätigkeit zu setzen, mit unheimlichen Maschinengeräuschen und beträchtlichen Energie- und Materialverlusten."

Alexander Rüstow, Wohlfahrtsstaat oder Selbstverantwortung, 7.


"Der Wohlfahrtsstaat von heute ist nicht ein bloßer Ausbau der alten Einrichtungen der Sozialversicherung und Sozialfürsorge, wie sie z.B. in Deutschland unter Bismarck geschaffen worden waren. Er ist inzwischen in immer mehr Ländern zu einem Instrument der sozialen Revolution geworden, deren Ziel die möglichst vollkommene Gleichheit der Einkommen und Vermögen ist, und damit an die Stelle des Mitgefühls der Neid als das beherrschende Motiv getreten."

Wilhelm Röpke, Jenseits von Angebot und Nachfrage, 232.


"Man spricht noch die Sprache des alten Fürsorgestaates und man denkt noch in seinen Kategorien, aber ales wird mehr und mehr zu einer kulisse, die den neuen Feldzug auf alles deckt, was das Durchschnittsniveau an Enkommen, Vermögen und Leistung zu überragen wagt ... Es ist schlechterdings kein Ende dieser Entwicklung abzusehen, solange nicht die perverse Sozialphilosophie, auf der der moderne Wohlfahrtsstaat beruht, als einer der großen Irrtümer unserer Zeit erkannt und verworfen sein wird."

Wilhelm Röpke, Jenseits von Angebot und Nachfrage, 232.


„Wenn der Trend ansteigender Ausbeutung und Gegenwartsorientierung wie bisher weiterläuft, werden die westlichen demokratischen Wohlfahrtsstaaten genauso zusammenbrechen wie die osteuropäischen sozialistischen Volksrepubliken in den späten 1980er Jahren.“
Hans-Hermann Hoppe, Demokratie, 161.


„Was in jedem Fall bis jetzt klar sein sollte, ist, dass die moralische Degenerierung und der kulturelle Verfall – die Zeichen der Entzivilisierung – um uns herum größtenteils, wenn nicht gänzlich, die zwangsläufigen und unvermeidbaren Ergebnisse des Wohlfahrtsstaates du seiner zentralen Institutionen sind.“

Hans-Hermann Hoppe, Demokratie, 371.


„Der Grund dafür, dass viele der neuen Wohlfahrtsmaßnahmen der Regierung ein Bedrohung der Freiheit darstellen, ist, dass sie, obwohl sie als bloße Dienstleistungen dargestellt werden, in Wirklichkeit eine Ausübung der Zwangsgewalt der Regierung darstellen und auf ihren Anspruch auf ausschließliche Rechte in bestimmten Gebieten beruhen.“

Friedrich August von Hayek, Verfassung der Freiheit, 329.

„Als Mittel zur Sozialisierung des Einkommens und zur Schaffung einer Art Haushaltsstaat, der jenen, die am würdigsten befunden werden, Wohltaten in der Form von Geld oder Sachen zuteilt, wurde der Wohlfahrtsstaat für viele der Ersatz für den altmodischen Sozialismus.“
Friedrich August von Hayek, Verfassung der Freiheit, 366.

„Jeder ist seines Glückes Schmied. Es herrscht die individuelle Freiheit, und dies umso mehr, je weniger sich der Staat anmaßt, den einzelnen Staatsbürger gängeln oder sich gar zu seinem Schutzherrn aufspielen zu wollne. Solche ‚Wohltat’ muss das Volk immer teuer bezahlen, weil kein Staat seinen Bürgern mehr geben kann, als er ihnen vorher abgenommen hat – und das noch abzüglich der Kosten einer zwangsläufig immer mehr zum Selbstzweck ausartenden Sozialbürokratie. Nichts ist darum in der Regel unsozialer als der so genannte ‚Wohlfahrtsstaat’, der die menschliche Verantwortung erschlaffen und die individuelle Leistung absinken lässt.“
Ludwig Erhard, Über den Lebensstandard, in: Die Zeit, 15. August 1958.

„Die Blindheit und intellektuelle Fahrlässigkeit, mit der wir dem Versorgungs- und Wohlfahrtsstaat zusteuern, kann nur zu unserem Unheil ausschlagen. Dieser Drang und Hang ist mehr als alles andere geeignet, die echten menschlichen Tugenden: Verantwortungsfreudigkeit, Nächsten- und Menschenliebe, das Verlangen nach Bewährung, die Bereitschaft zur Selbstvorsorge und noch vieles Gute mehr allmählich, aber sicher absterben zu lassen – und am Ende steht vielleicht nicht die klassenlose, wohl aber die seelenlos mechanisierte Gesellschaft.
Ludwig Erhard, Wohltand für alle, 248f.

 
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