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Samstag, 06. August 2005
„Wo, wie im Falle der Progression, das so genannte Prinzip nichts anderes ist als eine offene Aufforderung zur Diskriminierung und, was noch schlimmer ist, eine Aufforderung an die Mehrheit, gegen eine Minderheit zu diskriminieren, muss das angebliche Gerechtigkeitsprinzip der Vorwand für reine Willkür werden.“
Friedrich August von Hayek, Verfassung der Freiheit, 398.

„Am dringendsten scheint mir diese Reform dort, wo die Progression der Besteuerung eigentlich keinen weiteren nützlichen Zweck verfolgt als den, den politisch-sozialen Doktrinarismus bestimmter Menschen zu befriedigen, eine Progression, die sozialem Ressentiment entsprungen ist und deren Ertrag möglicherweise in einem Missverhältnis … zum wirtschaftlichen Schaden steht.“
„Es ist offensichtlich, dass die höheren Einkommen (und Vermögen) zu einem großen Teil bisher für Zwecke ausgegeben worden sind, die im Interesse der Allgemeinheit selber liegen. Sie dienen Funktionen, auf die die Gesellschaft unter keinen Umständen verzichten kann. Kapitalbildung, Investitionen, Kulturaufwand, Wohltätigkeit, Mäzenat und vieles andere ist hier zu nennen. Wenn es eine genügende Anzahl von überall verstreuten Begüterten gibt, so ist es eben möglich, dass ein Alexander von Humboldt aus eigener Tasche gemeinnützige und wissenschaftliche Unternehmungen bezahlt, dass Justus von Liebig seine Untersuchungen selber finanziert, dass es Hauslehrerstellen und tausend andere Stufen gibt, die den Aufstieg der Begabten ermöglichen, und dass gerade die Vielfalt dieser Stufen die Wahrscheinlichkeit irgendeiner Hilfe für sie erhöht, während im heutigen Wohlfahrtsstaat ihr Schicksal von der Entscheidung eines einzelnen Beamten oder den Launen einer einzigen Prüfung abhängen kann.“
Wilhelm Röpke, Wort und Wirkung, 243
 
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