Sozialstaat/ Wohlfahrtsstaat PDF Drucken E-Mail
Samstag, 06. August 2005
„Die herkömmliche Bezeichnung für das, was man den ‚Sozialstaat’ nennt, war ‚wohlwollende Despotie’. Und das durchaus reale Problem, wie solche Despotie auf demokratischem Wege, also unter Wahrung der persönlichen Freiheit, zu erlangen sei, wird durch das Wortgemisch ‚Sozialdemokratie’ schlicht und einfach weggezaubert.“
Friedrich August von Hayek, Verhängnisvolle Anmaßung, 127.

„Das Ideal des Sozialismus war … bisher entweder radikale Neuverteilung (Wohlfahrtsstaat) oder Sozialisierung oder Planwirtschaft gewesen und Sozialist war, wer entweder eine bestimmte ‚sozialistische’ Antwort auf das Problem der Verteilung oder das des Eigentums oder das der wirtschaftlichen Ordnung suchte.“
Wilhelm Röpke, Fronten der Freiheit, 200.

„Der Zwang ist im Wohlfahrtsstaat sogar so wesentlich, dass man ich Zwangswohlfahrtsstaat nennen sollte, wenn man es vorzieht, das Kind beim rechten Namen zu nennen und allen Verschleierungsversuchen von vornherein zu begegnen. Dazu besteht umso mehr Anlass, als von diesem Wesen des Wohlfahrtsstaates als einer Zwangsanstalt merkwürdig wenig und leise gesprochen wird.“
Wilhelm Röpke, Wirrnis und Wahrheit, 302f.

„Der Wohlfahrtsstaat von heute ist nicht ein bloßer Ausbau der alten Einrichtungen des Sozialversicherung und Sozialfürsorge, wie sie z.B. in Deutschland durch Bismarck geschaffen worden waren. Er ist inzwischen in immer mehr Ländern zu einem Instrument der sozialen Revolution geworden, deren Ziel die möglichst vollkommene Gleichheit der Einkommen und Vermögen ist, und damit [ist] an die Stelle des Mitgefühls der Neid als das beherrschende Motiv getreten.“
Wilhelm Röpke, Jenseits von Angebot und Nachfrage, 232.

„Das System der Massenversorgung, das der Staat mit seinen Machtmitteln erzwingt, kann immer weniger von den höheren Einkommen allein getragen werden, sondern muss denselben Menschen aufgebürdet werden, auf die es berechnet ist. A aber heißt nichts anderes als dass den Massen gutteils das Geld aus der linken in die rechte Tasche praktiziert wird, auf dem Umweg über den Staat und mit den gewaltigen Leitungsverlusten dieses Umwegs.
Wilhelm Röpke, Jenseits von Angebot und Nachfrage, 244.

„Ich bin in der letzten Zeit allenthalben erschrocken, wie übermächtig der Ruf nach kollektiver Sicherheit im sozialen Bereich erschallt. Wo aber sollen wir hinkommen, wenn wir uns immer mehr in eine Form des Zusammenlebens von Menschen begeben, in der niemand mehr die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen bereit ist und jedermann Sicherheit im Kollektiv gewinnen möchte. Ich habe diese Flucht vor der Eigenverantwortung drastisch genug gekennzeichnet, wenn ich sagte, dass, falls diese Sucht weiter um sich greift, wir in eine gesellschaftliche Ordnung schlittern, in der jeder die Hand in der Tasche des anderen hat. Das Prinzip heißt dann: ich sorge für die anderen und die anderen sorgen für mich.
Ludwig Erhard, Wohltand für alle, 248.
 
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