| Reichtum |
|
|
|
| Samstag, 06. August 2005 | |||
|
„Es ist offensichtlich, dass die höheren Einkommen (und Vermögen) zu einem großen Teil bisher für Zwecke ausgegeben worden sind, die im Interesse der Allgemeinheit selber liegen. Sie dienen Funktionen, auf die die Gesellschaft unter keinen Umständen verzichten kann. Kapitalbildung, Investitionen, Kulturaufwand, Wohltätigkeit, Mäzenat und vieles andere ist hier zu nennen. Wenn es eine genügende Anzahl von überall verstreuten Begüterten gibt, so ist es eben möglich, dass ein Alexander von Humboldt aus eigener Tasche gemeinnützige und wissenschaftliche Unternehmungen bezahlt, dass Justus von Liebig seine Untersuchungen selber finanziert, dass es Hauslehrerstellen und tausend andere Stufen gibt, die den Aufstieg der Begabten ermöglichen, und dass gerade die Vielfalt dieser Stufen die Wahrscheinlichkeit irgendeiner Hilfe für sie erhöht, während im heutigen Wohlfahrtsstaat ihr Schicksal von der Entscheidung eines einzelnen Beamten oder den Launen einer einzigen Prüfung abhängen kann.“ Wilhelm Röpke, Jenseits von Angebot und Nachfrage, 246. „… dass ein gehobener Bedarf sic nur dann entfalten kann, dass ein Luxus von heute nur dann allgemeiner Konsum von morgen werden kann, wenn wir es ertragen, dass es in der ersten Phase immer nur eine kleinere Gruppe mit gehobenem Einkommen sein kann, deren Kaufkraft an jene Güter heranreicht. Sofern indessen ein solcher Konsum als sozial anrüchig erklärt wird und die Träger des Konsums sozialer Diffamierung ausgesetzt sind, dann eben muss eine Volkswirtschaft überhaupt darauf verzichten, solche Güter zu produzieren. Das aber bedeutet, dass dann aus solcher unterlassener Produktion auch kein Einkommen entstehen kann und mithin das Volkseinkommen im ganzen (vor allem auch der Arbeiter, denen damit potenzielle Arbeitsplätze genommen werden), künstlich tiefer gehalten wird, als es nach der vorhandenen Produktivität möglich wäre. … Sind aber die letzten hundert Jahre in aller Welt nicht eine eindeutige Demonstration dafür, dass noch jede Verbesserung der Lebensführung sich stufenweise ausbreitete und eine andere praktisch realisierbare Möglichkeit des Fortschreitens eines allgemeinen Wohlstandes gar nicht gedacht werden kann?“ Ludwig Erhard, Einen Kühlschrank in jedem Haushalt, in: Welt der Arbeit, 16. Juni 1953.
|





