Planwirtschaft PDF Drucken E-Mail
Samstag, 06. August 2005
„Jede Planwirtschaft beruht auf der Vorstellung, dass irgendeine Behörde so weise sein kann und dass sie einen so großen Apparat hat mit Statistiken usw., dass es möglich ist, besser als das Volk selbst zu entscheiden, was dem Volke frommt. Auf Grund solcher Überlegungen muss dann notwendigerweise ein vorgefasster Produktionsplan entstehen. Der Produktionsplan kann nur so entstehen, dass die Behörde sich einbildet, annehmen zu können, der durchschnittliche Mensch will soundso viel sparen und soundso viel verbrauchen, und für den Normalverbraucher wird gewissermaßen eine optimale Verbrauchsregelung konstruiert. Und diese wird mit 45 Millionen multipliziert, und dann bildet sich die Planwirtschaft ein, dass das der Verbrauch eines Volkes wäre und dass diese Methode die Harmonie der Gesellschaft verbürgen würde.
Was da herauskommt, das ist nicht der soziale Verbrauch eines Volkes, sondern das ist vollendeter Unfug im wirtschaftlichen Sinne. Und was auf der sozialen Ebene herauskommt, ist nicht die Harmonie, sondern das Chaos und die Tyrannei. Wohl oder über muss die Planwirtschaft sehr bald zur Aufhebung jeder menschlichen Freizügigkeit kommen. In der Planwirtschaft muss zunächst der Mensch gezwungen werden durch den kategorischen Imperativ, dann durch Bezugsscheine und zum Schluss durch brutale Gewalt, das zu fressen, was der Staat ihm zu fressen gibt, einmal brutal ausgedrückt.“

Ludwig Erhard, Referat vor dem Zonenausschuss der CDU der britischen Zone, 25.2.1949.
 
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