Moral PDF Drucken E-Mail
Samstag, 06. August 2005
„Die Moral des Marktes bewirkt, dass wir anderen nützen, nicht weil wir das beabsichtigen, sondern weil sie uns in einer Weise handeln lässt, die trotzdem diese Wirkung hat.“
Friedrich August von Hayek, Die verhängnisvolle Anmaßung, 86.

„Die ganze Idee beruht auf der falschen Vorstellung, dass der Mensch seine Zivilisation seiner Intelligenz verdankt. Das ist nicht richtig: Die Moral, die ich gerne als die Moral des Eigentums und der Ehrlichkeit nenne, ist entstanden, ohne dass der Mensch ihre Funktion je verstanden hätte, und das hat die Bildung der Großgesellschaft möglich gemacht …, in der die Menschen in der Lage sind, sich an Ereignisse anzupassen, die sie nicht kennen, Menschen zu dienen, die sie nicht kennen, und selbst von Menschen versorgt zu werden, die sie nicht kennen. Das beruht auf einem Moralsystem, einem System von Eigentum, Ehrlichkeit und Vertragseinhaltung, das entstanden ist und sich durchgesetzt hat, weil es erfolgreich war. Es hat sich nicht der Mensch eine Moral gewählt, sondern es sind Menschen zu Vervielfältigung ausgewählt worden, die, ohne es zu verstehen, die geeignete Moral verfolgt haben. Nun, wenn man glaubt, der Mensch habe seine Zivilisation geschaffen, dann glaubt an natürlich auch: Ja, wenn er sie geschaffen hat und sie nicht ganz befriedigend ist, dann kann er sich eine bessere machen. Aber in Wirklichkeit hat er weder die bestehende Gesellschaft geschaffen, noch versteht er genug davon, um sich eine bessere einzurichten.“
Friedrich August von Hayek zitiert nach Gerd Habermann, Brevier, 54.

„… aber die freie Konkurrenz kann nicht ohne ein Fundament von bestimmten sittlichen Normen funktionieren: einer allgemeinen geschäftlichen Anständigkeit und Loyalität, einer fairen Einhaltung der Spielregeln, einer Werkehre uns eines bestimmten Standesstolzes, der es für erniedrigend hält, zu betrügen, zu bestechen und die Staatsgewalt für die eigenen egoistischen Zwecke zu missbrauchen.“
Wilhelm Röpke, Lehre von der Wirtschaft, 46.

„Auch für die wirtschaftliche Freiheit gilt, was Burke uns eingeschärft hat: dass die Menschen sich Freiheit so weit eignen wie sie bereit sind, ihrem Appetit Fesseln anzulegen, wie ihre Liebe zur Gerechtigkeit ihre Habsucht übertrifft, wie die Gelegenheit und Nüchternheit ihre Urteils größer ist als ihre Eitelkeit und Anmaßung und wie sie lieber auf den Rat der Urteilsfähige und Rechtschaffenen als auf die Schmeicheleien von Lumpen hören. Auch die wirtschaftliche Freiheit kann keinen Bestand haben, wenn nicht irgendwo eine Bremse des ungezügelten Willens und Appetits eingebaut ist und je weniger die Bremse im Inneren der Menschen selber wirkt, um so mehr muss sie ihnen von außen angelegt werden.“
Wilhelm Röpke, Erziehung zur wirtschaftlichen Freiheit, 299.

„Alle Zwangsformen der Wirtschaft sind im Grunde genommen, auch wenn sie materiell vielleicht sogar erfolgreich sein können, unmoralisch, weil ihnen das, was uns den höchsten Wert bedeutet, nämlich der lebendige Mensch mit seinem Gewissen, zerstört wird.“
Ludwig Erhard, Ansprache vor dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU Hamburg, 2. Juni 1961.
 
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