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Montag, 11. Juni 2007 |
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Stefan Scheil: Fünf plus Zwei. Die europäischen Nationalstaaten, die Weltmächte und die vereinte Entfesselung des Zweiten Weltkriegs, Duncker & Humblot, 3. Aufl. Berlin 2006. Der Historiker aus Karlsruhe setzt der herrschenden Meinung, allein Hitler habe den Zweiten Weltkrieg entfesselt, eine alternative Erklärung entgegen: Der Weltkrieg sei Folge einer komplexen machtpolitischen und diplomatischen Gemengelage auf der Basis nationalistischer Gegensätze. Zu ihnen zählten eine Selbstüberschätzung Polens, ein mangelnder Friedenswillen insbesondere Englands und die hegemonialen Absichten der beiden globalen Mächte USA und UDSSR neben Deutschlands Restaurationsstreben. Stefan Scheil analysiert den zunächst begrenzten „Europäischen Krieg“ zwischen Herbst 1939 und Sommer 1940 in Form einer machtpolitischen Analyse mit Schwerpunkt auf den außenpolitischen Determinanten der fünf europäischen Mächte Deutschland, Polen, Frankreich, England und Italien sowie den beiden Weltmächten. Reizvoll erscheint die Darstellung nicht zuletzt durch das konsequente Aufzeigen einer offenen Entwicklung, zu der die Ablehnung diskutabler Friedensangebote Hitlers und vielfältige diplomatische Sondierungen zählen, etwa die Reise des US-Staatssekretärs Sumner Welles. Einsichten jenseits des historischen Allgemeinguts bieten die Ausführungen zu den Geisteshaltungen der Staatsführungen Polens, Frankreichs und Englands. Die Analyse Scheils birgt weit reichende Konsequenzen, die nicht nur Teile der Nürnberger Prozesse, sondern auch das transatlantische Freundschaftsdogma in einem anderen Licht erscheinen lassen als Schulbücher und Hochschulbücher uns lehren. mvp
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