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Geschrieben von: mvp
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Mittwoch, 09. März 2011 |
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Eckart Voland: Die Natur des Menschen. Grundkurs Soziobiologie, C. H. Beck, München 2007, 175 S., 18,90 Euro.
Soziobiologie befasst sich mit den evolutionären, biologischen Grundlagen menschlichen Verhaltens, teilweise auch mit tierischen Verhaltensmustern. Eine wesentliche Erkenntnis lautet, dass Gefühle und Verhaltensweisen evolutionär hervorgebracht wurden, dass sie überlebt haben, weil sie uns fitter machen. Xenophobie ist beispielsweise eine Angst, die einer höheren Wahrscheinlichkeit in engen, unüberschaubaren Stellen angegriffen zu werden, entspringt. Bemerkenswerterweise ist das biologische Entwicklungsgeschehen ein durch und durch ökonomisches Prinzip. Kosten-Nutzen-Abwägungen dominieren - vielfach intuitiv, teilweise sogar für eine Reflexion unzugänglich - unser alltägliches Handeln gerade auch in nicht-ökonomischen Belangen. |
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Geschrieben von: mvp
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Freitag, 07. Januar 2011 |
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Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Erstauflage 2003, Piper Verlag 2008, 189 S, 8,95 Euro.
Ein Überschuss an jungen Männern („youth bulge“) ohne Aussicht auf persönliches Fortkommen führt zum Aufbau und zur Zerstörung von Reichen. Das ist die zentrale These, die der Bremer Soziologe und Ökonom Gunnar Heinsohn in seinem lesenswerten Essay „Söhne und Weltmacht“ ausbreitet. Für die Zukunft und anhand der Vergangenheit versucht Heinsohn aufzuzeigen, dass die Brisanz der bisher größten – islamischen – Sohneswelle nicht aus knappen Ressourcen oder Ländereien resultiert. Vielmehr mangelt es in den Gesellschaften massiv an akzeptablen Positionen für junge Männer. Nicht eine Überbevölkerungskrise, sondern eine Krise der Perspektivlosigkeit bedroht demnach den Westen.
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Geschrieben von: mvp
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Dienstag, 28. Dezember 2010 |
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Marc Lindemann: Unter Beschuss. Warum Deutschland in Afghanistan scheitert, Econ Verlag, Berlin 2010, 283 S., 18,95 Euro.
„Strategie ohne Taktik ist der langsame Weg zum Sieg – Taktik ohne Strategie ist nur der Lärm vor der Niederlage.“ besagt eine Weisheit des chinesischen Militärstrategen und Philosophen Sunzu, den auch Marc Lindemann zitiert. Damit ist eine Kernaussage und (An)Klage des Reserveoffiziers benannt, der zwei Mal im Afghanistaneinsatz war und seine Eindrücke in einem flott geschriebenen politischen Sachbuch zusammengefasst hat. Stand Anfang 2010 sieht er die fast neun Jahre währende Mission grundsätzlich in Gefahr. Praktisch sei nichts erreicht, die Sicherheitslage schlechter als zuvor, die Bundeswehr heftig unter Beschuss, der Wiederaufbau lediglich ein Mythos, die internationale „Gemeinschaft“ militärisch mit vielen Problemen behaftet. |
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Geschrieben von: mvp
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Montag, 22. November 2010 |
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Thomas E. Woods jr.: Sternstunden statt dunkles Mittelalter. Die katholische Kirche und der Aufbau der abendländischen Zivilisation, MM Verlag, Aachen 2006, 304 S., 22,00 EUR.
Das „dunkle Mittelalter“ ist ein Klischee. Thomas E. Woods macht das mit seinem Plädoyer für ein anderes Verständnis der katholischen Kirche überzeugend deutlich. Angehörige der katholischen Kirche haben im Mittelalter eine Fülle bahnbrechender Leistungen vollbracht. Das Positive der Kirchengeschichte einem breiten Publikum aufzuzeigen, noch dazu in sehr gut lesbarer Form, war ein überfälliges Unterfangen. Kritische Leser werden indes in Kenntnis der anderen, dunklen Seite der Kirchengeschichte bei der Lektüre hin und wieder die Stirn runzeln. |
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Freitag, 17. September 2010 |
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Nassim Nicholas Taleb: The Black Swan. The Impact of the Highly Improbable, (Erstauflage 2007) Penguin Books London 2008, 366 S., 8,30 Euro.
Der Schwarze Schwan ist eine Metapher, die Nassim Nicholas Taleb für sehr seltene Ereignisse mit extremen Folgen verwendet – 1914 und 1989, der Börsenkrach von 1987 und 9/11, aber auch die Verbreitung des Internets und die aktuelle Weltwirtschaftskrise.
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Dienstag, 24. August 2010 |
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Bryan Ward-Perkins: Der Untergang des Römischen Reiches und das Ende der Zivilisation, (Engl. Erstauflage 2005) Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2007, 240 S., 29,90 Euro. „Ich denke .., es liegt eine wirkliche Gefahr für die Gegenwart in einer Vorstellung der Vergangenheit, die sich explizit vornimmt, jede Krise und jeden Niedergang auszuradieren.“ mahnt der Althistoriker Bryan Ward-Perkins. Seine lesenswerte Abhandlung über den Untergang des Römischen Reiches ist eine Entgegnung auf neumodische und politisch korrekte Strömungen in der Forschung, die eine Transformation statt eines Niedergangs behaupten und die von einer (friedlichen) Integration germanischer Invasoren sprechen.
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Donnerstag, 03. Dezember 2009 |
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Michael van Notten (1933-2002) war ein niederländischer Anwalt, Unternehmer und Freiheitsvisionär, der für seine liberalen Konzepte auf vielfältige Weise praktisch eintrat. Van Notten hatte zwei Jahre als Offizier in der Königlichen Kavallerie gedient, 1959 in Recht an der Leiden University graduiert und arbeitete nach einer kurzen Tätigkeit in einer Anwaltskanzlei in New York für das Kartell-Direktorium der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Seine Lebensaufgabe sah van Notten darin, Recht und Gesetz von politischem Einfluss zu befreien. 1975 gründete er zusammen Hubert Jongen in Holland das „Libertarian Centre“, eine der ersten Freiheitsgruppen in Europa. Mitte der 1980er Jahre leitete er das „Institutum Europaeum“, einen in Belgien angesiedelten Think tank, der sich für Freihäfen in den Niederlanden, Belgien und Entwicklungsländern stark machte.
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Sonntag, 29. November 2009 |
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Volker J. Becker: Gottes geheime Gedanken. Was uns westliche Physik und östliche Mystik über Geist, Kosmos und Menschheit zu sagen haben, Lotos Verlag, Erste Auflage München 2008, 255 S., 17,95 EUR. Volker J. Becker ist ein eigenständiger, ja eigentümlicher Denker. Seine Philosophie des Universums regt zum Nachdenken an – immerhin das Beste was ein Buch leisten kann und dadurch auch noch klug macht. Der Rückentext verspricht nicht zu viel: „Nie wurden die verborgenen Zusammenhänge zwischen wissenschaftlichem Weltbild und Spiritualität so anschaulich und spannend dargelegt. Ein überraschendes, faszinierende Buch, das Grenzen zwischen Wissenschaft und Mystik einreißt.“ Ein Blick auf einige Thesen des Buches belegt das:
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Donnerstag, 05. November 2009 |
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Carolyn Nordstrom: Leben mit dem Krieg. Menschen, Gewalt und Geschäfte jenseits der Front, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2005, 279 S., 6,99 EUR. Carolyn Nordstrom ist Professorin für Medizinische Anthropologie an der University of Notre Dame, Indiana/USA. Sie hat sich jahrelang in Kriegs- und insbesondere Bürgerkriegsgebieten aufgehalten, darunter Angola, Mozambik und Sri Lanka. Die Eindrücke und Ergebnisse ihrer Feldforschungen hat Carolyn Nordstrom in einer lesenswerten Studie über Krieg und Frieden, Schattenökonomie und -kultur sowie von ihr auch als gefährlich eingeschätzte Profite zusammengetragen. Ein bemerkenswerter Lese- und Erkenntnisgewinn besteht in dem geradezu dialektischen Charakter der Aktivitäten, die sich im Schattenreich zwischen Legalität und Illegalität, Staatlichkeit und Nicht-Staatlichkeit, regionalem Handeln, eingebunden in globale Netzwerke, und ökonomischen Vorteilen für alle Beteiligte sowie (macht)politische Vorteile nur für wenige bewegen.
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Samstag, 29. August 2009 |
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Hubertus Knabe: Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur, Propyläen, 3. Aufl. 2007, 384 S., 9,95 EUR (Taschenbuch). „Von der Öffentlichkeit unbemerkt, haben sich die entmachteten Funktionäre des SED-Regimes wieder aufgerappelt und reorganisiert.“ schreibt der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Schönhausen Hubertus Knabe und konstatiert: „Nachdem sie zunächst den Abwehrkampf gegen Strafverfahren und Rentenbeschneidungen geführt haben, geht es ihnen jetzt um etwas, das nicht nur sie betrifft: das zukünftige Bild der untergegangenen DDR.“ Damit ist das Anliegen des Autors und der Stoff des Fakten gesättigten Buches benannt.
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Donnerstag, 12. März 2009 |
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Henry Louis Mencken: Gesammelte Vorurteile, Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig 2000, 172 S., (EUR – derzeit nur antiquarisch erhältlich).
H. L. Mencken ist krass, klug und schreibt klasse. Der US-amerikanische Kulturkritiker und Essayist deutschen Ursprungs besaß insbesondere in den 20er Jahren einen großen, mit Kurt Tucholsky vergleichbaren Einfluss. Mencken verkörpert den erfrischenden Gegenpool zur ermüdenden, überwiegend den Intellekt beschämenden „political correctness“. Kostprobe gefällig? „Jede Regierung ist, ihrem Wesen nach, eine Verschwörung gegen das überlegene Einzelwesen; sie legt es darauf an, das Individuum zu unterdrücken und zum Krüppel zu machen.“ oder zur Entstehung der Demokratie: „Das Demokratiekonzept entstand ... in den poetischen Hirnen einiger hochgestellter Herren – sentimentaler Menschen, die erschreckt feststellen mußten, daß der Esel überladen war, und die als Reform vorschlugen, den Esel künftig in den Karren zu setzen.“
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Donnerstag, 27. November 2008 |
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Christiane Hoffman: Hinter den Schleiern Irans. Einblicke in ein verborgenes Land, (DuMont Verlag), Köln 2008, 319 S., 19,80 EUR. Iran ist mit westlichen Begriffssystemen nicht zu erfassen. Diese Erkenntnis steht im Mittelpunkt der episodischen Einblicke, die die FAZ-Journalistin Christiane Hoffmann in Teheran sammeln konnte. Ob die Iraner sich stets selbst begreifen, bleibt offenen.
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Mittwoch, 13. Februar 2008 |
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Gerard Radnitzky: Das verdammte 20. Jahrhundert. Erinnerungen und Reflexionen eines politisch Unkorrekten, Georg Olms Verlag, Hildesheim u.a. 2006, 353 S., 19,80 €.
Wer die Autobiographie von Gerard Radnitzky (1921-2006) liest, erfährt exemplarisch was einen Freigeist und Freiheitskämpfer im 20. Jahrhundert ausmacht. |
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Sonntag, 16. Dezember 2007 |
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Ulrike Ackermann (Hg.): Welche Freiheit. Plädoyers für eine offene Gesellschaft, Matthes & Seitz, Berlin 2007, 320 Seiten, € 22,80.
Gleichheit und soziale Gerechtigkeit überragen heute alle anderen Werte. Zumindest gilt dies für die politisch korrekte Agenda, die in öffentlichen Debatten wieder und wieder propagiert wird. In einer sozial-demokratischen Gesellschaft erscheinen Streben nach Freiheit, Individualität und die Suche nach dem persönlichen Glück als randständig, ökonomistisch, unsozial. Umso erfreulicher ist es, dass eine Streitschrift sich für den in Vergangenheit bedeutendsten Wert der westlichen Welt stark macht: die Freiheit. |
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Montag, 11. Juni 2007 |
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Anne Siemens: Für die RAF war er das System, für mich der Vater. Die andere Geschichte des deutschen Terrorismus, Pieper Verlag, 2. Auflage München, Zürich 2007. In der jüngsten Debatte um Begnadigung und Freilassung von RAF Terroristen steht wieder einmal der Tätermythos im Vordergrund: Heroische Idealisten in Robin-Hood-Manier, die die Gesellschaft vom demokratisch gewählten „Schweinesystem“ befreien wollten. Leider waren die Opfer keine Schweine, sondern Menschen aus Fleisch und Blut. Menschen, die nicht einfach nur erschossen, sondern teilweise nach einer willkürlichen Hinrichtung röchelnd verreckten (z.B. Baron von Mirbach). Hingerichtet wurden sie von erklärtermaßen menschenfreundlichen Idealisten, die sich auf Grund vermeintlich höherer Ideale zum bewaffneten Kampf regelrecht gezwungen sahen.
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Montag, 11. Juni 2007 |
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Josef H. Reichholf: Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007. Ein Dogma unserer Zeit lautet: Wir leben in einer Zeit eines dramatischen Klimawandels, der Menschen gemacht ist. Dass sich die Lebensbedingungen auch in Deutschland deutlich änderten, sei angesichts von Jahrtausendsommern (Hitze), Jahrhundertfluten (Hochwasser), Wald- und Artensterben nicht mehr zu übersehen. Josef Reichholf, Zoologe, Evolutionsbiologe und Ökologe frischt mit seiner informativen Naturgeschichte unser historisches Gedächtnis auf, das durch den medialen Tagesrummel zuweilen vernebelt ist.
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Montag, 11. Juni 2007 |
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Stefan Scheil: Fünf plus Zwei. Die europäischen Nationalstaaten, die Weltmächte und die vereinte Entfesselung des Zweiten Weltkriegs, Duncker & Humblot, 3. Aufl. Berlin 2006. Der Historiker aus Karlsruhe setzt der herrschenden Meinung, allein Hitler habe den Zweiten Weltkrieg entfesselt, eine alternative Erklärung entgegen: Der Weltkrieg sei Folge einer komplexen machtpolitischen und diplomatischen Gemengelage auf der Basis nationalistischer Gegensätze. Zu ihnen zählten eine Selbstüberschätzung Polens, ein mangelnder Friedenswillen insbesondere Englands und die hegemonialen Absichten der beiden globalen Mächte USA und UDSSR neben Deutschlands Restaurationsstreben. Stefan Scheil analysiert den zunächst begrenzten „Europäischen Krieg“ zwischen Herbst 1939 und Sommer 1940 in Form einer machtpolitischen Analyse mit Schwerpunkt auf den außenpolitischen Determinanten der fünf europäischen Mächte Deutschland, Polen, Frankreich, England und Italien sowie den beiden Weltmächten. Reizvoll erscheint die Darstellung nicht zuletzt durch das konsequente Aufzeigen einer offenen Entwicklung, zu der die Ablehnung diskutabler Friedensangebote Hitlers und vielfältige diplomatische Sondierungen zählen, etwa die Reise des US-Staatssekretärs Sumner Welles. Einsichten jenseits des historischen Allgemeinguts bieten die Ausführungen zu den Geisteshaltungen der Staatsführungen Polens, Frankreichs und Englands. Die Analyse Scheils birgt weit reichende Konsequenzen, die nicht nur Teile der Nürnberger Prozesse, sondern auch das transatlantische Freundschaftsdogma in einem anderen Licht erscheinen lassen als Schulbücher und Hochschulbücher uns lehren. mvp
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