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Geschrieben von: mvp
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Donnerstag, 06. September 2012 |
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Bernd Brunner: Mond. Die Geschichte einer Faszination, Kunstmann Verlag (engl. Originalausgabe bei Yale University Press 2010), München 2011, 320. S., 19,90 Euro.
Für den englischen Dichter William Butler Yeats (1856 – 1939) ist der Mond „das wandelbarste aller Symbole, und das nicht nur, weil er das Symbol des Wandels ist.“ Die Menschen und insbesondere die Philosophen hat der Mond von je her fasziniert. Noch heute werden ihm besondere Kräfte zugeschrieben, nicht nur in Mondkalendern. Über 40 Jahre nachdem der erste Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche gesetzt hat ist der Erdtrabant immer noch Projektionsfläche unserer Wünsche, Ängste und Hoffnungen. |
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Geschrieben von: mvp
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Donnerstag, 16. August 2012 |
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Michael Schmidt-Salomon: Jenseits von Gut und Böse. Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind, Pendo Verlag, 6. Aufl. 2011, 368 S., als Taschenbuch 9,99 Euro.
Der Philosoph und führende deutsche Popularisierer des evolutorischen Humanismus, Michael Schmidt-Salomon, präsentiert in seinem Band „Jenseits von Gut und Böse“ einen wesentlichen Teil seiner Weltanschauung. Im Mittelpunkt steht sein religionskritischer Nachweis, dass das Paradigma der Unschuld dem überkommenen „Sündenfall-Syndrom“ theoretisch und praktisch überlegen ist. So entlarvt der Vorsitzende der Giordano-Bruno-Stiftung „Gut“ und „Böse“ als moralische Fiktionen ohne reale Entsprechung. Das „Gut-und-Böse-Schema“ sei substanzlos und verstelle den Weg auf die Realität. Willensfreiheit sei eine Illusion. Jenseits von Gut und Böse aber werde das moralisches Schuld- und Sühneprinzip obsolet: „Denn es macht keinen Sinn, einen Menschen in moralisierender Weise („Guter Junge, böser Junge!“) für seine Entscheidungen verantwortlich zu machen, wenn er in einer konkreten Situation nur das wollen kann, was er aufgrund seiner Veranlagungen und Erfahrungen wollen muss.“ Die moralische Entschuldigung bedeute allerdings keinesfalls Beliebigkeit oder eine ethische Rechtfertigung, weil Ethik – und damit Regeln und Recht – unserem Handeln Grenzen setzen und Kosten bei Verstößen aufzeigen. Die Realisieung dieses Paradigmas hat weitreichende Konsequenzen: Individuen werden nicht mehr durch Ideologien verführt, ihr Leben für vermeintlich höhere Ideale zu opfern. Selbstvergebung wird einfacher und damit auch die Fähigkeit, anderen zu vergeben. Ein friedlicheres Zusammenleben könnte so möglich werden. Kurz gesagt: Wer die Moral aufgibt lebt ein besseres Leben, das mit Ethik über eine bessere Richtschnur verfügt. |
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Sonntag, 05. August 2012 |
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Gerald Hüther: Was wir sind und was wir sein könnten. Ein neuro-biologischer Mutmacher, S. Fischer Verlag, 3. Aufl. Frankfurt am Main 2011, 189 S., 18,95 Euro.
„Begeisterung ist Dünger fürs Gehirn.“ Damit sind Therapie und Diagnose für Individuum und Gesellschaft benannt. Gerald Hüther, renommierter Professor für Neurobiologie in Göttingen, diagnostiziert eine abhanden kommende Begeisterung in unserer Gesellschaft. Zugleich stehen wir inmitten einzigartiger globaler Umwälzungen: die Auflösung aller abgrenzenden Strukturen. Die Herausforderungen können wir meistern, wenn wir umdenken – weg von der Ressourcennutzung und Besitzstandswahrung hin zur Potentialentfaltung und Konzentration auf das Wesentliche. Wir sind auf dem Weg in ein neues Zeitalter: „Das alte 'Wir' war ein 'Wir', zu dem wir geworden waren. Das neue 'Wir' ist dabei, ein 'Wir' zu werden, das wir selbst aktiv gestalten. Das ist der kleine, aber gewaltige Unterschied zwischen gestern und morgen. Deshalb sind wir unterwegs in ein neues Zeitalter.“ |
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Geschrieben von: mvp
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Samstag, 19. März 2011 |
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Helen Fisher: Warum wir lieben … und wie wir besser lieben können, Knaur Verlag, (engl. Erstauflage 2004) München 2007, 339 S., 8,95 Euro.
„Liebe lebt, liebe stirbt, keiner weiß warum.“ (Maria Schell) Wissen Sie es? Helen Fisher, eine der weltweit bekanntesten Liebesexpertinnen, sucht das aufregendste Mysterium dieser Welt zu entschlüsseln. „Ich habe geliebt und gewonnen, und ich habe geliebt und verloren. Ich kenne das Glück und den Schmerz romantischer Liebe.“ schreibt die an der Rutgers-University in New Jersey lehrende Anthropologin. Ihre Untersuchung, die mit zahlreichen Zitaten der Weltliteratur und umfangreichen anthropologischen und ethnologischen Studien angereichert ist, zielt auf eine wissenschaftliche Erklärung der Verzückung und Verzweifelung, auf ein besseres Verständnis der Liebe, um sie länger lebendig zu halten. |
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Mittwoch, 09. März 2011 |
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Eckart Voland: Die Natur des Menschen. Grundkurs Soziobiologie, C. H. Beck, München 2007, 175 S., 18,90 Euro.
Soziobiologie befasst sich mit den evolutionären, biologischen Grundlagen menschlichen Verhaltens, teilweise auch mit tierischen Verhaltensmustern. Eine wesentliche Erkenntnis lautet, dass Gefühle und Verhaltensweisen evolutionär hervorgebracht wurden, dass sie überlebt haben, weil sie uns fitter machen. Xenophobie ist beispielsweise eine Angst, die einer höheren Wahrscheinlichkeit in engen, unüberschaubaren Stellen angegriffen zu werden, entspringt. Bemerkenswerterweise ist das biologische Entwicklungsgeschehen ein durch und durch ökonomisches Prinzip. Kosten-Nutzen-Abwägungen dominieren - vielfach intuitiv, teilweise sogar für eine Reflexion unzugänglich - unser alltägliches Handeln gerade auch in nicht-ökonomischen Belangen. |
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Freitag, 07. Januar 2011 |
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Gunnar Heinsohn: Söhne und Weltmacht. Terror im Aufstieg und Fall der Nationen, Erstauflage 2003, Piper Verlag 2008, 189 S, 8,95 Euro.
Ein Überschuss an jungen Männern („youth bulge“) ohne Aussicht auf persönliches Fortkommen führt zum Aufbau und zur Zerstörung von Reichen. Das ist die zentrale These, die der Bremer Soziologe und Ökonom Gunnar Heinsohn in seinem lesenswerten Essay „Söhne und Weltmacht“ ausbreitet. Für die Zukunft und anhand der Vergangenheit versucht Heinsohn aufzuzeigen, dass die Brisanz der bisher größten – islamischen – Sohneswelle nicht aus knappen Ressourcen oder Ländereien resultiert. Vielmehr mangelt es in den Gesellschaften massiv an akzeptablen Positionen für junge Männer. Nicht eine Überbevölkerungskrise, sondern eine Krise der Perspektivlosigkeit bedroht demnach den Westen.
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Dienstag, 28. Dezember 2010 |
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Marc Lindemann: Unter Beschuss. Warum Deutschland in Afghanistan scheitert, Econ Verlag, Berlin 2010, 283 S., 18,95 Euro.
„Strategie ohne Taktik ist der langsame Weg zum Sieg – Taktik ohne Strategie ist nur der Lärm vor der Niederlage.“ besagt eine Weisheit des chinesischen Militärstrategen und Philosophen Sunzu, den auch Marc Lindemann zitiert. Damit ist eine Kernaussage und (An)Klage des Reserveoffiziers benannt, der zwei Mal im Afghanistaneinsatz war und seine Eindrücke in einem flott geschriebenen politischen Sachbuch zusammengefasst hat. Stand Anfang 2010 sieht er die fast neun Jahre währende Mission grundsätzlich in Gefahr. Praktisch sei nichts erreicht, die Sicherheitslage schlechter als zuvor, die Bundeswehr heftig unter Beschuss, der Wiederaufbau lediglich ein Mythos, die internationale „Gemeinschaft“ militärisch mit vielen Problemen behaftet. |
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Geschrieben von: mvp
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Montag, 22. November 2010 |
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Thomas E. Woods jr.: Sternstunden statt dunkles Mittelalter. Die katholische Kirche und der Aufbau der abendländischen Zivilisation, MM Verlag, Aachen 2006, 304 S., 22,00 EUR.
Das „dunkle Mittelalter“ ist ein Klischee. Thomas E. Woods macht das mit seinem Plädoyer für ein anderes Verständnis der katholischen Kirche überzeugend deutlich. Angehörige der katholischen Kirche haben im Mittelalter eine Fülle bahnbrechender Leistungen vollbracht. Das Positive der Kirchengeschichte einem breiten Publikum aufzuzeigen, noch dazu in sehr gut lesbarer Form, war ein überfälliges Unterfangen. Kritische Leser werden indes in Kenntnis der anderen, dunklen Seite der Kirchengeschichte bei der Lektüre hin und wieder die Stirn runzeln. |
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Freitag, 17. September 2010 |
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Nassim Nicholas Taleb: The Black Swan. The Impact of the Highly Improbable, (Erstauflage 2007) Penguin Books London 2008, 366 S., 8,30 Euro.
Der Schwarze Schwan ist eine Metapher, die Nassim Nicholas Taleb für sehr seltene Ereignisse mit extremen Folgen verwendet – 1914 und 1989, der Börsenkrach von 1987 und 9/11, aber auch die Verbreitung des Internets und die aktuelle Weltwirtschaftskrise.
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Dienstag, 24. August 2010 |
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Bryan Ward-Perkins: Der Untergang des Römischen Reiches und das Ende der Zivilisation, (Engl. Erstauflage 2005) Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2007, 240 S., 29,90 Euro. „Ich denke .., es liegt eine wirkliche Gefahr für die Gegenwart in einer Vorstellung der Vergangenheit, die sich explizit vornimmt, jede Krise und jeden Niedergang auszuradieren.“ mahnt der Althistoriker Bryan Ward-Perkins. Seine lesenswerte Abhandlung über den Untergang des Römischen Reiches ist eine Entgegnung auf neumodische und politisch korrekte Strömungen in der Forschung, die eine Transformation statt eines Niedergangs behaupten und die von einer (friedlichen) Integration germanischer Invasoren sprechen.
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