Zeitgenössische Kritik PDF Drucken E-Mail

Roland Baader: Geldsozialismus. Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression, Resch Verlag, Gräfelfing 2010, 166 S., 13,90 Euro.
Roland Baader schließt mit „Geldsozialismus“ den Kreis, an dessen Anfang sein prophetischer Band „Geld, Gold und Gottspieler“ und in dessen Mittelpunkt krankes Geld als Ursache der globalen Depression steht. Er zeigt, dass Zentralbanken zerstörerische Institutionen sind und skizziert die dramatischen Folgen, die die Schuldenmentalität nicht zuletzt für die Moral hat. Natürlich fehlt Aufklärung über Inflation/ Deflation und Konjunkturzyklen gespickt mit historischen Richtigstellungen etwa zur Großen Depression der 30er Jahre nicht. 


Franz Kromka: Markt und Moral. Neuentdeckung der Gründerväter, Lichtschlag Buchverlag, Grevenbroich 2008, 240 S, 29,90 EUR

Bemerkenswert aktuell ist die Krisendiagnose und -therapie, die mit Werten und Erkenntnissen der 40er und 50er Jahre arbeitet. Was technischen Reformkonzepten heute fehlt, ist die Stärke des handlichen Bandes: ein ganzheitlicher Ansatz mit dem Mensch im Mittelpunkt. Wer eine Gesellschaft zufriedenerer Menschen anstrebt, kommt an dieser Neuentdeckung der Gründerväter nicht vorbei.


Gerd Habermann: Der Wohlfahrtsstaat. Die Geschichte eines Irrwegs, Frankfurt am Main 1997, 458 S., antiquarisch erhältlich (Neuauflage in Vorbereitung).
Ein gut geschriebenes, quellennahes Buch, das die Geschichte des Wohlfahrtsstaates und seiner Kritiker von den Königen des 18. Jahrhunderts bis heute erzählt. Der vermeintlich wohlmeinende Wohlfahrtsstaat wird als Herrschaftsinstrument entlarvt. Die geistesgeschichtlichen Pfade des Ringens um Herrschaft und Freiheit treten plastisch hervor. Eine Bereicherung auch für jene, die bisher keine überzeugten Anhänger der Freiheit sind - als Paperback zum kleinem Preis.


altArnulf Baring: Scheitert Deutschland? Abschied von unseren Wunschwelten, Stuttgart 1997.

Die erste weithin vernommene Mahnung des streitbaren Berliner Historikers in journalistischer Manier verfasst. Der schleichende Niedergang, das Nicht-wahr-haben-wollen und die künftigen Zumutungen werden als scharfsinnige politische Analyse vorgetragen und mündeten einige Jahre später im Aufruf zum Widerstand gegen die Politik in der FAZ: Bürger auf die Barrikaden.


altGünter Ederer: Die Sehnsucht nach einer verlogenen Welt. Unsere Angst vor Freiheit, Markt und Eigenverantwortung. Über Gutmenschen und andere Scheinheilige, 1. Aufl. München 2000.

Der streitbare Wirtschaftsjournalist schildert faktenreich die absurden Verfahrensweisen der Politiker und Bürokraten in der Bundesrepublik Deutschland. Ein Freiheitsbuch, das wütend macht.


altMeinhard Miegel: Die deformierte Gesellschaft. Wie die Deutschen ihre Wirklichkeit verdrängen, 1. Aufl. Ulm 2003.

Auf der Grundlage der dramatischen demographischen Transformation stellt der Sozialforscher das deutsche Gemeinwesen und seine Leistungssysteme allgemein verständlich auf den Prüfstand. Das fachkundige Wachrütteln zeigt den Widerspruch zwischen dem Ausmaß notwendiger und unvermeidbarer Reformen und dem politischen Stillstand auf. Das letzte Kapitel ist mit Evolution oder Revolution überschrieben.


altHans-Werner Sinn: Ist Deutschland noch zu retten?, Taschenbuchausgabe, 2. Auflage Berlin 2005.

Faktenreiche Kritik kombiniert der umtriebige Volkswirt mit einer Kritik der „Ökonomie des Augenscheins“, dem Halb- und Unwissen der Bürger und Politiker, gegen das der Autor anschreibt. Auch wenn der Autor zu den Kathedersozialisten gehört, ist seine Bestandsaufnahme der Strukturprobleme und die Identifikation der Verantwortlichen – allen voran Gewerkschaften, Politiker, und Bürokraten – sowie sein Plädoyer für mehr marktliche Lösungen lesenswert. Nach der Lektüre zeichnet sich ab, dass echte Reformen zu einer Frage der Herrschaft geworden sind.


altHorst Siebert: Jenseits des Sozialen Marktes. Eine notwendige Neuorientierung der deutschen Politik, München 2005.

Das Handbuch erklärt die Funktionsweise der deutschen Volkswirtschaft und zeigt zugleich das Ergebnis eines vierzigjährigen Irrwegs wirtschaftlicher Steuerung in Deutschland auf. Anschaulich und verständlich erläutert der ehemalige Präsident des renommierten Instituts für Weltwirtschaft in Kiel wie das Steuerungsproblem alle Bereiche des deutschen Wirtschaftssystems durchdringt, vom Arbeitsmarkt über die sozialen Sicherungssysteme, die Gütermärkte und den Umweltschutz bis zur Finanzpolitik. Einen Ausweg bietet (allein) eine konsequente Ordnungspolitik, und diese vermag einen Urknall wie 1948 die Währungs- und Wirtschaftsreform auszulösen.


altGabor Steingart: Deutschland. Abstieg eines Superstars, 2. Aufl. München, Zürich 2004.

Gut lesbar, etwas oberflächlich, aber voller eindrucksvoller sprachlicher Bilder, also typischer Spiegel-Stiel. Der jahrzehntelang andauernde wirtschaftliche Niedergang Deutschlands einschließlich seiner weit zurückliegenden Ursachen wird in diesem Überblick über einen Gang durch die bundesrepublikanische Wirtschaftsgeschichte genauso beleuchtet wie mit populären Irrtümern aufgeräumt wird.


altDominik Geppert: Maggie Thatchers Rosskur – Ein Rezept für Deutschland?, Berlin 2003.

Was kann man von Maggie Thatcher lernen? Ein lesenswerter Essay über die britische Malaise der siebziger Jahre, ihre Überwindung durch neoliberale Reformen, die die Grundlage für die anhaltende britische Prosperität bilden, und die Anwendung des britischen Rezepts auf die deutsche Krankheit.
(Grundlegend zudem die Studie „Thatchers konservative Revolution“ über den Richtungswandel der britischen Tories.)


altGerd Habermann: Richtig Stellung. Ein polemisches Soziallexikon, Olzog Verlag, München 2006.

Die Sprache beherrscht die Gedanken und übt einen maßgeblichen Einfluss auf unser Handeln aus. In Deutschland blockiert das sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat-Vokabular das freie Denken vieler Menschen. Gegen den Realitätsverlust durch Denk- und Sprachverbote sozialer Demagogie und politischer Korrektheit wendet sich der ordnungspolitische Freiheitskämpfer Gerd Habermann mit über 300 Artikeln – von Abgabequote über soziale Gerechtigkeit bis Zwei-Klassen-Medizin. Zusammengenommen dienen sie als Einführung in ein freiheitliches Denken.


altSophie Dannenberg: Das bleiche Herz der Revolution. Roman, München 2004.

Der wunderbar geschriebene erste Roman der Berlinerin fängt den Zeitgeist der (Hardcore-) 68er ein. Der Sozialismus wird als Ideologie enttarnt, die wie jedweder Kollektivismus durch Menschenverachtung, Hyperrationalismus und Züchtung neuer Menschen gekennzeichnet ist. Die Schicksalsskizze dreier Generationen einer Familie spürt ihren Konflikten nach und zeigt, dass die 68er den Sozialisten hinterher gelaufen sind wie ihre Eltern Hitler.


Wilhelm Röpke: Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart, 6. Aufl. Erlenbach-Zürich, Stuttgart 1979.

Die 1942 (!) verfasste Diagnose einer orientierungslosen, schwer kranken Zivilisation enthält viele zeitlose, ungeahnt aktuelle Erkenntnisse: Die Gefahr der Vermassung und Proletarisierung der Bevölkerung, der Verlust des geistig-moralischen Kompasses, die Krise des Staats- und Wirtschaftssystems, der Irrweg der allumfassenden Sozialpolitik, die Notwendigkeit einer radikalen Neuorientierung gegen den allgegenwärtigen Kollektivismus. Diese große Krisenanalyse bildet eine Phalanx mit den zeitgleich entstandenen Werken von Karl R. Popper, Friedrich A. von Hayek, Karl Jaspers und Jose Ortega y Gasset.
 
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